Drei Stunden gellender Lärm: Betrunkene schlagen Feuermelder ein

von Redaktion

Urlauber aus Hessen erlauben sich schlechten Scherz und lösen Einsatz aus – Männer erwartet Strafverfahren und saftige Rechnung

Rosenheim – Peter Schneider hat eine anstrengende Nacht hinter sich. Er ist der Betreiber des Hotels „Gasthof Flötzinger“ an der Kaiserstraße in Rosenheim. Also genau jenes Hotels, in dem am frühen Montagmorgen (31. August) der Feueralarm losging – um erst Stunden später wieder abgestellt werden zu können.

„Zwei Betrunkene hatten den Notrufmelder im Treppenhaus eingeschlagen“, sagt Schneider am Montagvormittag am Telefon. Anschließend seien die beiden Betrunkenen wieder zu ihrem Zimmer gerannt.

Was die beiden wohl nicht wussten: Im Hotelflur gibt es eine Videokamera. „Wir konnten also nicht nur die Tat sehen, sondern auch, in welches Zimmer sie gegangen sind“, sagt Schneider. Er selbst habe die Aufnahme gesehen. Es sei deutlich zu erkennen gewesen, wie die Männer ihr Zimmer verließen, am Feuermelder vorbeigingen, das Glas mit der Hand einschlugen und den Knopf drückten. Später wird die Polizei mitteilen, dass es sich um zwei Männer aus Hessen gehandelt hat. Der eine ist 29 Jahre alt, der andere 25. „Was sich die beiden Männer dabei gedacht haben, bleibt wohl ihr Geheimnis“, sagt Hauptkommissar Robert Maurer. Die Auslösung des Alarms habe jedenfalls dazu geführt, dass die Rosenheimer Feuerwehr anrückte.

„Zudem ertönte der Alarm im ganzen Haus“, sagt Schneider. Zahlreiche Gäste wurden also aus dem Schlaf gerissen und mussten das Hotel verlassen. Die Feuerwehr rückte an, überprüfte, ob es tatsächlich brennt. Schnell konnte hier Entwarnung gegeben werden.

Das Problem: „Die Brandmeldeanlage konnte nicht deaktiviert werden“, sagt Peter Schneider. Es habe Probleme mit dem sogenannten Arretierungsmechanismus gegeben. „Der muss gelöst werden, damit der gedrückte Knopf wieder herausspringt und der Alarm verstummt“, erklärt der Hotelbetreiber. Genau das habe aber nicht funktioniert. Ein Techniker aus München musste gerufen werden, um das Problem zu lösen. „Das war natürlich alles mit einem wahnsinnigen Aufwand verbunden“, sagt Schneider. Eine Stunde später sei der Techniker im Hotel angekommen, noch länger habe es gedauert, bis er die Anlage zurücksetzen konnte. Während dieser gesamten Zeit habe der Alarm geschrillt. „Für unsere Gäste war das sehr belästigend und anstrengend“, sagt Schneider.

Gegen 4.30 Uhr gelang es dem Techniker dann endlich, die Anlage zu reparieren. „Die beiden Männer aus Hessen sind mittlerweile auch wieder abgereist“, sagt der Hotelbetreiber. Nicht aber ohne eine Schneise der Verwüstung zu hinterlassen. Ein Lichtschalter sei beschädigt worden, zudem hätten sie den Rauchmelder von der Decke gerissen. Wahrscheinlich in dem Versuch, den Alarmton zu beenden.

Am gestrigen Nachmittag hatte Schneider aufgrund des Vorfalls alle Hände voll zu tun. Rauchmelder mussten neu installiert werden, die stationäre Steuerungsanlage von einer externen Firma neu gewartet und zurückgesetzt werden. „Jetzt funktioniert wieder alles und wir können zum Tagesgeschäft übergehen“, sagt Schneider.

Noch länger mit dem Vorfall beschäftigt sein wird die Polizei. Sie hat gegen die beiden Männer ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen eingeleitet. Zudem müssen sie für den Schaden im Hotel in Höhe von 300 Euro aufkommen. „Wir prüfen zudem, ob sie die Kosten für den Feuerwehreinsatz begleichen müssen“, sagt Hauptkommissar Robert Maurer. Auch die Kosten für den Techniker, der aus München anreisen musste, könnten auf die Männer aus Hessen zukommen.

Im vergangenen Jahr gab es im Einsatzgebiet der Rosenheimer Polizeiinspektion insgesamt 16 Fälle, die ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen zur Folge hatten. Anna Heise

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