Wohnmobil in Flammen – Verdacht auf Brandstiftung

von Redaktion

Wieder Feuer in Kiefersfelden – Ermittler prüfen Zusammenhänge mit anderen Bränden

Kiefersfelden – Tiefschwarz war er, und plötzlich überall. „Der dunkle Rauch sah richtig gruselig aus“, sagt die Frau aus Kiefersfelden. Nur wenige Hundert Meter von ihrem Haus entfernt sah sie am vergangenen Samstag (29. August) zunächst nur ein wenig Qualm aufsteigen – „wie bei einem Daxenfeuer oder beim Grillen“. Kurz danach sei da aber dieser laute Knall gewesen. Weil die Frau und ihr Mann Sorge hatten, dass der kleine Bauernhof am Brünnsteinparkplatz brennt, seien sie an den Wanderparkplatz gefahren. Ein Wohnhaus brannte dort nicht, dafür aber etwas anderes: „Ein Wohnmobil stand lichterloh in Flammen.“

Als die Feuerwehr am Wanderparkplatz an der Mühlauer Straße eintraf, sei es bereits ein Vollbrand gewesen. Da die Löschwasserversorgung in dem Bereich nicht die beste ist, rückten die Einsatzkräfte auch mit drei wasserführenden Fahrzeugen an. „So hatten wir rund 5.500 Liter Wasser zur Verfügung“, sagt Kilian Hager, Kommandant der Feuerwehr Kiefersfelden. Schließlich seien Brände in Wohnmobilen tückisch – wegen der Gasflaschen, die zum Heizen und Kochen hergenommen werden. „Wenn es die zerreißt und es zur Detonation kommt, können Teile rumfliegen, die einen massiv verletzen können“, sagt Hager.

Eine andere Gefahr sei der hohe Kunststoffanteil der Wohnmobile. „Wenn das brennt, ist die Rauchentwicklung nicht gerade gesund“, sagt der Kommandant. So brauchte es Atemschutzgeräte, um sich dem Fahrzeug überhaupt zu nähern. Am Wohnmobil entstand ein Schaden im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Euro-Bereich, verletzt wurde niemand. Inzwischen ermittelt die Rosenheimer Kriminalpolizei.

Neue Hinweise darauf, warum am Wohnmobil Feuer ausgebrochen ist, gibt es noch nicht, teilt Michael Spessa, Pressesprecher vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd, auf OVB-Anfrage mit. Die Brandfahnder steckten gerade mitten in den Ermittlungen, auch die Ergebnisse der Gutachten des Landeskriminalamts müsse man abwarten. Allerdings: Es gibt einen Verdacht. Obwohl auch weiterhin ein technischer Defekt nicht ausgeschlossen werden kann, könnte das Fahrzeug womöglich absichtlich angezündet worden sein.

Schließlich ist das Wohnmobil nicht das erste Fahrzeug, das in Kiefersfelden in Flammen aufging. Seit Jahren passiert das in regelmäßigen Abständen. So brannte zuletzt am 20. Juli auf dem Parkplatz Kreutsee ein Auto, im Januar eines im Bereich des Auwegs oder im Juli 2025 eines am Parkplatz an der Gießenbachklamm. „Insgesamt werden es in den vergangenen Jahren rund 15 Fahrzeuge gewesen sein, die gebrannt haben“, sagt Feuerwehrkommandant Kilian Hager. Darunter drei Wohnmobile, zwei Lkw und einige Autos.

Dass es eine Brandserie gibt, bestätigt auch die Polizei. Ob die Fälle zusammenhängen, sei aber noch Gegenstand der Ermittlungen. „Der Verdacht liegt insofern nahe, da es jetzt wieder im Gemeindegebiet Kiefersfelden passiert ist“, betont Michael Spessa. Für Kilian Hager von der Feuerwehr sei auch auffällig, fast schon komisch, dass die ersten vier oder fünf Fahrzeuge immer an demselben Parkplatz gebrannt haben. Einige Autos hätten speziell auch nur im vorderen Bereich Feuer gefangen. Die Reifen seien immer zusammengeschmolzen, da dort wohl die größte Hitzeentwicklung war.

An einen technischen Defekt als Brandursache glaubt der Kommandant nicht. „Ich bin selbst Mechanikermeister und bei mir hat in 20 Jahren noch nie eins gebrannt.“ Zumal es sich nicht nur um alte Autos gehandelt hat. „Da war querbeet alles dabei, auch welche mit dem Baujahr 2023“, sagt Hager. Auf gut Deutsch: „Lauter super Autos, da fängt nichts einfach so mal zum Brennen an.“

Seit der Häufung der Brände in Kiefersfelden blickt der Kommandant bei den Einsätzen auch immer mehr nach links und rechts. Schließlich gebe es nicht nur mehr Fahrzeugbrände, sondern allgemein mehr Feuerausbrüche, bei denen es zumindest „äußerst untypisch“ war, dass es dort brennt. Besonders bei den Fahrzeugbränden seien Hager und seine Kollegen jetzt noch wachsamer. „Man schaut, ob da irgendwer danebensteht, der zuschaut. Oder ob ein auffälliges Auto wegfährt, das dort nicht hinpasst“, sagt Hager. Julian Baumeister

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