Unter offener Bewährung weiter aktiv
Auch hier, im Parkhaus am Hammerweg in Rosenheim, soll der Mann „zugeschlagen“ haben.
Chiemgauer nach einer eindrucksvollen Straftatenserie in Rosenheim angeklagt
Rosenheim/Traunstein/ Breitbrunn – Er ist schon mehrfach vorbestraft, stand unter offener Bewährung, ist nun wieder inhaftiert und wird es wohl auch bleiben: Ein 43-Jähriger aus Tacherting war am Dienstag (29. September) vor dem Traunsteiner Landgericht weitgehend geständig. Er dürfte für eine Reihe von Straftaten im Landkreis Rosenheim verantwortlich sein. Vor allem in der Stadt Rosenheim beging er im Juli vergangenen Jahres wohl gleich eine ganze Reihe von Delikten innerhalb kürzester Zeit.
Kriminelle Handlungen
teils im Tagesrhythmus
Der erste Punkt der Anklage: Für vier Nächte soll sich der Tachertinger im Juni 2025 in eine Ferienwohnung in Breitbrunn am Chiemsee eingemietet haben – und sei dann einfach abgehauen. Die offene Rechnung belief sich auf 784 Euro. „Der Sohn des Betreibers speicherte sich seine Handynummer ein“, berichtete ein Beamter der Polizeiinspektion Prien. Irgendwann tauchte dann ein Whatsapp-Status des damals noch unbekannten Betrügers auf, in dem sein Gesicht zu sehen war. So hatte die Polizei eine erste Spur.
Am 13. Juli begann schließlich die Straftatenserie in Rosenheim. In einer Spielhalle am Bahnhof habe er einer Frau die Handtasche geklaut, mit Ausweisen, Handy und 15 Euro Bargeld. In der Nacht auf den 14. Juli habe er dann mit einem Pflasterstein die Scheibe eines Architekturbüros in der Stadt eingeworfen. Aus dem Tresor, den der Tachertinger dann aufgebrochen habe, wurden 2.000 Euro und ein Handy gestohlen.
Eine knappe Woche später ging es weiter: Laut Anklage brach der Mann in die Putzkammer des Parkhauses an der Rosenheimer Frühlingstraße ein, räumte einen Rucksack aus und nahm 100 Euro mit. Am nächsten Tag, dem 21. Juli 2025, habe sich der Angeklagte dann über den Hintereingang in ein Restaurant an der Münchener Straße geschlichen. Im Kassenbereich fand er laut Staatsanwältin einen Geldbeutel und klaute darauf rund 140 Euro Bargeld und die EC-Karten. Bis zur nächsten Straftat habe es dann nicht mal einen Tag gedauert: In der Nacht auf den 22. Juli vergangenen Jahres sei der 43-Jährige in eine Rosenheimer Bäckerei eingebrochen und habe aus einem Schrank 1.000 Euro und Briefmarken im Wert von 185 Euro mitgehen lassen.
Der Grund für die Taten
war wohl Drogensucht
Am 27. Juli dasselbe Spiel: Wieder brach er in die Bäckerei ein, wieder soll er Briefmarken und einen Tresor mit rund 1.000 Euro mitgenommen haben. Und in der Zwischenzeit, am 25. Juli, noch eine weitere Tat laut Anklage: Gerade als ein Mann im Parkhaus am Hammerweg in seinen VW Touran einsteigen wollte, habe der Angeklagte über die Beifahrertür eine Tasche geklaut, in der 180 Euro, EC-Karten und ein Führerschein waren.
Hinter den Straftaten steckt wohl die Drogensucht des Angeklagten. „Er hatte einen hohen Konsum in dieser Zeit“, so seine Verteidigerin Denise Peter. Schon in der Vergangenheit fand man unter anderem Heroin und Crystal Meth bei ihm. Die Vorstrafenliste des Mannes ist lang. Auch während der Taten in Rosenheim stand er unter offener Bewährung. Vorverurteilungen gibt es beispielsweise wegen Geldfälschung, Drogenbesitz, Diebstahls oder Computerbetrugs. Vor allem an Gerichten in Franken setzte es bereits Urteile gegen den Angeklagten. Festgenommen wurde der Mann am 27. Juli vergangenen Jahres in Rosenheim. Mit einem E-Scooter entdeckten ihn Zivilkräfte der Polizei auf der Kufsteiner Straße, dann bog er zum Salingarten ab. „Eine Kollegin sprach ihn am Kultur- und Kongresszentrum an, gab sich als Polizistin zu erkennen, dann lief er davon“, so ein Beamter als Zeuge vor Gericht. Ganz in der Nähe, in der Salinstraße, konnte der 43-Jährige aber zu Boden gebracht und gefesselt werden. In seinem Rucksack tauchten etliche Münzrollen und Briefmarkenbögen auf.
Ein Urteil fiel am Dienstag noch nicht, für den 7. und 14. Oktober sind weitere Verhandlungstage vorgesehen.