Rosenheim – Gegen die Stimme von Sepp Lausch (Bayernpartei) hat der Kreisausschuss bei seiner jüngsten Sitzung den Kauf einer sogenannten „Industrie 4.0-Modellanlage“ gebilligt, die in der Berufsschule I in Rosenheim aufgebaut werden soll. Der Kreis rechnet mit Anschaffungskosten in Höhe von knapp 220000 Euro, vom Freistaat Bayern kann er einen Zuschuss von maximal 112500 Euro erwarten. Die Landkreisverwaltung wurde beauftragt, die notwendigen Förderanträge bei der Regierung von Oberbayern zu stellen und die Ausschreibung für den Kauf der Anlage in die Wege zu leiten.
Ihr Erwerb ist laut Verwaltung vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Digitalisierung in industriellen Produktionsprozessen eine immer stärke Rolle spielt. „Die Anlage dient zur Simulation solcher Prozesse“, erläuterte Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) die Notwendigkeit des Kaufs.
Sepp Lausch sieht es nicht als Aufgabe des Landkreises an, „die Industrie mit Steuergeldern zu fördern“. Außerdem befürchtete er aufgrund der rasanten Entwicklungen im Bereich Digitalisierung, dass die Anlage schon wieder veraltet sein könne, wenn ihr Aufbau abgeschlossen ist. Das brachte ihm den Vorwurf von Matthias Vieweger (CSU) ein, „sehr, sehr kurz zu denken“. Der Kauf der Anlage sei eine „sinnvolle Sache“, so Vieweger. Er bekundete dem Lehrkörper der Berufsschule Rosenheim I Respekt für die Entscheidung, eine solche Anlage für Unterrichtszwecke nutzen zu wollen. Die Verwaltung versicherte den Kreisräten darüber hinaus, dass das nötige Wissen bei den Lehrern vorhanden sei, um den Umgang mit einer solchen Anlage in den Unterricht einzubauen.
Sepp Friesinger (CSU) pflichtete seinem Fraktionskollegen bei, der auch darauf hingewiesen hatte, dass neben dem Mittelstand auch die Industrie eine Bedeutung für die Entwicklung der Region habe. „Wir sollten an einer solchen Anlage ausbilden. „Das ist schon zukunftsweisend“, zeigte sich Friesinger überzeugt.