Gedanken zum Fest

Wie im Himmel

von Redaktion

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern passiert: Beim Wandertag in der 6. Klasse lief ich gegen einen Laternenpfosten. Ich hatte zum Himmel geschaut. Die ganze Klasse hat gelacht.

Hand auf’s Herz: Sehnen wir uns nicht alle nach dem Himmel? Sehne nicht auch ich mich nach Frieden, Geborgenheit, Anerkennung, Wertschätzung – nach Vollendung? Als Christ nenne ich das Himmel. Wobei das keine billige Vertröstung auf’s Jenseits ist. Es bedeutet: Leben mit Gott und Leben in Gott – und das kann sich schon hier mitten im Alltag ereignen! Jede und jeder von uns kennt solche Gefühle und Momente, wo einfach alles passt, wo es sich anfühlt wie im Himmel – oder wie auch immer ich das nennen mag.

Das Starke am Fest Mariä Himmelfahrt ist für mich, dass Maria mit allem, was ihr Mensch-Sein ausmacht, von Gott in den Himmel aufgenommen wurde. Okay, sie ist die Gottesmutter, sie ist die Auserwählte, sie ist die Jungfrau. Aber: Sie war Mensch, wie du und ich. Sie ist mir eine Schwester im Glauben. Wenn ich ihre Biografie genau betrachte, muss ich sagen, dass ihr Leben alles andere als einfach war.

Und wie Gott an Maria gehandelt hat, so will er auch an mir handeln: Er mag mein Leben und alles, was es mit sich bringt oder eben auch nicht, vollenden. Das mag auch meinem Leben eine Perspektive geben. „Unsere Heimat ist im Himmel“ heißt es in der Bibel (Brief an die 3,20).

Nicht, dass ich morgen wieder gegen einen Laternenpfosten laufen müsste. Aber ich darf im Bewusstsein leben, dass mein Leben vollendet wird. Im Himmel. Und da tu ich gerne meinen Teil hier und heute. Auf Erden.

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