Bad Aibling –Mit deutlichen Worten hat sich stellvertretender Landrat Dieter Kannengießer kürzlich gegen eine dauerhafte Schließung der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bad Aibling ausgesprochen und zugleich heftige Kritik an Peter Lenz, dem Geschäftsführer der Romed-Kliniken, geübt (wir berichteten). Er warf ihm unter anderem vor, keine Problemlösungen präsentieren zu können, und legt jetzt nochmals nach. „Jetzt müssen den Worten auch wirklich Taten folgen.“ Hintergrund hierfür ist das kürzlich gegebene Versprechen von Landrat Wolfgang Berthaler, die Geburtshilfe in Bad Aibling werde nicht dauerhaft geschlossen.
Kannengießer will in dieser Angelegenheit auf jeden Fall „am Ball“ bleiben. Dass er wegen seiner Äußerungen von Berthaler heftig kritisiert worden war – unter anderem stellte der Landratsstellvertreter die Frage in den Raum, ob Lenz der richtige Mann für dieses Amt sei –, stört ihn nicht. „Ich werde das Gespräch mit dem Landrat suchen“, versichert Kannengießer. Er hätte sich gewünscht, dass Berthaler „diese deutliche Aussage zum Erhalt der Geburtenstation“ auch in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses gemacht hätte. Das Gremium hatte sich nichtöffentlich mit dem Thema befasst.
Bei einem Zusammentreffen will der Fraktionssprecher der Unabhängigen im Kreistag dem Landrat unter vier Augen nicht nur darlegen, warum er die Frage zur Eignung von Lenz in den Raum gestellt hat. Er möchte den Landrat bei dieser Gelegenheit auch bitten, eine Befürchtung auszuräumen, die nach seiner Einschätzung im Raum steht: Der Geschäftsführer der Romed-Kliniken bleibt untätig und versucht, die Angelegenheit „auszusitzen“. Seine Forderung: „Lenz muss jetzt liefern.“