Bergbahnen setzen auf das „Gipfelglück“

von Redaktion

Kooperation statt Konkurrenz: Chiemgau Tourismus bündelt Angebot von zehn Bahnen der Region – Einheimische als Zielgruppe

Traunstein – Für Gipfelglück – und gleich ein mehrfaches – will der Chiemgau Tourismus Verband mit einer neuen Kooperation sorgen. Zehn Bergbahnen zwischen Bad Reichenhall und Oberaudorf sind daran beteiligt. Sie werden in einer „Gipfelglück“-Broschüre vorgestellt, die zudem eine Stempelkarte enthält. Hat ein Bergfreund bis Ende 2018 fünf der zehn Stempelfelder voll, sprich fünf verschiedene Bergbahnen genutzt, bekommt er einen roten Wanderrucksack gratis. 100000 der Broschüren wurden seit Mitte August im Einzugsbereich verteilt und liegen an den Bergbahnen sowie in den Tourist-Infos der Region aus.

Kooperation statt Konkurrenz ist das Stichwort für die zehn beteiligten Bergbahnen. Sie zahlen in einen Budgettopf ein, Chiemgau Tourismus verdoppelt die Summe, dann wird das Angebot beworben – zum Beispiel mit den Broschüren oder einem gemeinsamen Auftritt auf der Münchener Reise- und Freizeitmesse nächsten Februar.

„Eine ganz bärige Sache“, findet Hannes Rechenauer, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen. Bei ihm an den Hocheck-Bergbahnen seien schon die ersten Kunden mit der Stempelkarte gekommen.

Zielgruppe sind in erster Linie Einheimische. Und die, so weiß Stephan Semmelmayr, Geschäftsführer von Chiemgau Tourismus, kennen oft immer nur eine Ecke der Heimat beziehungsweise gehen aus Gewohnheit stets auf den gleichen Berg. Mit der Stempelkarte bekämen sie einen Anreiz, die Vielfalt der Region zu erkunden. Auch Tagesausflügler liegen im Fokus und natürlich Urlauber. Für Touristen sei das Angebot in der Gesamtregion wichtig, so Semmelmayr. Sie seien dank guter Infrastruktur mobil und führen von ihrem Urlaubsort aus zur Kampenwand, zum Hochfelln oder Predigtstuhl. Dass sie damit in drei Landkreisen unterwegs sind, merkten sie nicht einmal bewusst. Die Kooperation läuft über die Landkreis- und sogar die Landesgrenze hinweg, da die österreichische Steinplatte mit im Boot ist.

Man setze damit nicht auf klassisches Marketing in großem Stil – da sei es ohnehin schwer, mit den mit höheren Budgets ausgestatteten Österreichern mitzuhalten. „Es ist sinnvoller, das Produkt in der Region zu erweitern“, erklärt Semmelmayr. Und die Berge seien einer der Gründe, „warum die Leute zu uns kommen“.

Bergbahnen, da ist sich Benjamin Müller von der Kampenwandbahn sicher, haben Jung und Alt zur Zielgruppe. Älteren Menschen, solchen mit Handicap oder Eltern mit Kinderwagen ermöglichten sie ein Bergerlebnis, das sie sonst nicht hätten. Aber auch Sportler nutzten die Bahn als „Aufstiegshilfe“. Kletterer, Gleitschirmflieger oder „Downhill“-Mountainbiker zum Beispiel.

Andreas Hallweger von der Predigtstuhlbahn setzt auf den gesamten südostoberbayerischen Raum: „Ihr könnt das immer nutzen, weil Ihr hier daheim seid. Nicht nur zur überfüllten Urlaubszeit.“ Die beteiligten Bergbahnen seien schließlich das ganze Jahr über in Betrieb.

Zehn Bahnen an einem Strang

An der „Gipfelglück“- Kooperation beteiligt sind Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall, Rauschbergbahn und Unternbergbahn Ruhpolding, Winklmoosalm Reit im Winkl, Steinplatte Waidring, Hochfellnseilbahn Bergen, Hochplattenbahn Marquartstein, Kampenwandbahn Aschau, Hocheckbahn Oberaudorf und Wendelsteinbahn Brannenburg. Die Broschüre mitsamt Stempelkarte gibt es bei den beteiligten Bahnen und den Tourist-Infos der Region.

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