Arbeitsgruppen zum Brenner-nordzulauf Benannt

Bahn blockiert Votum über Antrag

von Redaktion

Wer sitzt künftig mit wem in den Gremien für das Trassenauswahlverfahren zum Brenner-Nordzulauf? Die Stadt Rosenheim und elf Landkreisgemeinden haben sich mit der Bahn verständigt. Kritik kommt von Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer, der mit fünf benachbarten Bürgermeistern eine andere Lösung bevorzugt hätte.

Rosenheim – Schon während der Veranstaltung im Rosenheimer Bürgerbüro der Bahn sei es zur Diskussion gekommen, beschreibt Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo. Wer wird künftig mit wem in den Dialoggremien zusammenarbeiten?, war die Frage. Bei der Veranstaltung hätte die Bahn sechs Vorschläge für die Gliederung der Gremien vorgetragen, so Kloo. Durch die Vertreter der Gemeinden seien die Vorschläge bewertet worden. Ein weiterer Vorschlag sei zur Bewertung nicht zugelassen worden. Dieser Vorschlag stammte von den Gemeinden Prutting, Schechen, Riedering, Rohrdorf, Vogtareuth und Stephanskirchen.

Die östlich des Inns gelegenen Gemeinden sowie die westlich gelegene Gemeinde Schechen hatten damit ihre Bereitschaft bekundet, am weiteren Planungsprozess zum Brenner-Nordzulauf teilzunehmen und schriftlich den Wunsch geäußert, im Rahmen der anstehenden Arbeitsgruppenbildung zusammengefasst zu werden. Sie begründeten ihren Wunsch mit ihrem geografischen Zusammenhang. Darüber hinaus äußerten sie die Befürchtung, dass die horizontale Zerteilung des westlichen und östlichen Korridors in verschiedene Foren im erweiterten Planungsraum nicht sachdienlich sei.

Bürgermeister Rainer Auer kann es kaum fassen, dass dieser Gemeinschaftsantrag nicht zur Abstimmung zugelassen wurde. „Die Weigerung der Bahn, über den Vorschlag von immerhin der Hälfte der beteiligten Gemeinden abzustimmen zu lassen, nährt Befürchtungen für den kommenden Prozess,“ sagt er.

Die Nichtzulassung des Antrags erwecke ein weiteres Mal den Eindruck, dass über Dinge, die vonseiten der Bahn nicht gewollt sind, einfach gar nicht abgestimmt werden dürfe, so Auer.

„Das wäre ja auch kontraproduktiv gewesen“, urteilt dagegen Peter Kloo. „Wenn man sich nur mit den Gemeinden besprechen will, die genau wie ich denke, dann bringt das nicht viel.“ Das sei ja wie im Kindergarten, kritisiert er. Man habe im Inntal bereits gute Erfahrungen damit gemacht, breit zu diskutieren. „Ich will doch nicht mit denen diskutieren, mit denen ich sowieso schon übereinstimme“, so Kloo. Sinnvoller sei doch, wenn man von Anfang an kontrovers diskutieren würde und nicht erst eine Ebene weiter in der Regionalrunde. Vertreter der Bahn und einige Gemeinden auf der Westseite des Inns hätten bei dem Treffen in Rosenheim deshalb auch entgegengehalten, dass bereits in dieser frühen Phase das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Vorstellungen westlicher und östlicher Gemeinden zielführender wäre. Rainer Auer ist der Meinung, dass diese Aufteilung dazu führen würde, „dass wir uns bereits im Vorfeld gegenseitig die Zähne ziehen.“

Das sieht Thomas Bugl, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, völlig anders. „Wir sind da sehr entspannt. Kirchturmdenken wird uns bei der Trassenfindung nicht weiterbringen. Je emotionsloser und nüchterner der Korridor- und Trassenfindungsprozess abläuft, umso besser“, erklärt er gegenüber der OVB-Heimatzeitung: „Wir sind an einer Lösung interessiert. Jedweder Dialog ist uns recht.“

Die Bahn verteidigt das Vorgehen. Dazu Michael-Ernst Schmidt, Leiter Kommunikation des Unternehmens in Bayern: „Die Entscheidung sieht zwei Gemeindeforen vor, in denen je sechs Gemeinden vertreten sind. Im Gemeindeforum Rosenheim-Nord des sogenannten Erweiterten Planungsraumes besprechen sich in Zukunft Vertreter der Gemeinden Bad Aibling, Großkarolinenfeld, Prutting, Schechen, Tuntenhausen und Vogtareuth. Im Gemeindeforum Rosenheim-Süd sind Bad Feilnbach, Kolbermoor, Riedering, Rosenheim, Rohrdorf und Stephanskirchen vertreten.“ Die nächste Sitzung mit den Bürgermeistern wird Anfang Oktober stattfinden. Die jeweiligen Foren werden ihre konstituierenden Sitzungen voraussichtlich im November anberaumen.

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