nach über zehn Jahren in Fischbach

Schwerer Abschied von Vogel Strauß

von Redaktion

Inspiriert vom Afrika-Urlaub starteten Josef und Cornelia Matheis ein Pionier-Projekt im Inntal. Sie gründeten die erste Straußenfarm in der Region. Über zehn Jahre lang prägten die Vögel das Ortsbild von Fischbach. Jetzt ist Schluss. Schweren Herzens nahmen die Betreiber von ihren Tieren und der arbeitsintensiven Landwirtschaft Abschied.

Flintsbach/Fischbach – Es sei alles andere als eine leichte Entscheidung gewesen, die Farm zu schließen, verrät Cornelia Matheis im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Immerhin gehörten die Strauße über zehn Jahre lang zur Familie und zum Dorf. Vor allem Alters- und Gesundheitsgründe zwangen die beiden jedoch dazu, schon im Winter nach und nach Abstand von der harten Arbeit im Stall und auf dem Feld zu nehmen. „Mein Mann ist zwar noch jünger als ich, aber wir wollen uns noch einige schöne Jahre machen“, so die Betreiberin.

Zudem sei die körperliche Arbeit mehr und mehr an die Substanz gegangen. Und, anders als bei vielen anderen landwirtschaftlichen Betrieben in der Region, hat die Familie Matheis niemanden, der ihr kurzerhand unter die Arme greift. Gerüchte, wonach die beiden in finanziellen Schwierigkeiten sind, wiederlegt die Fischbacherin.

Die Idee, im Inntal eine Straußenfarm zu eröffnen, sei nach einer Afrika-Reise entstanden. „Wir machten uns schlau, was wir dafür alles brauchen und besuchten die entsprechenden Fortbildungen“, sagte sie. Leicht sei der Weg nicht gewesen. „Es war ein langer und harter Weg“, so die 60-Jährige. Immer wieder habe es Durststrecken gegeben. Doch angetrieben von der Idee, den heimischen Hof der großelterlichen Generation wieder mit tierischem Leben zu füllen, ließen sich die beiden nie aus der Ruhe bringen.

„Kühe waren für uns nie in Frage gekommen“, so Matheis. Auch für Schweine oder Schafe suchten sie Alternativen und kamen schließlich auf den Vogel Strauß. Damit sich auch alles rentiert, mussten einige hundert Artgenossen her. Dazu kamen noch das Zuchttiergehege an der Inntalautobahn und das markante Jungtiergehege, direkt an der Staatsstraße, das jedem, der auf der Strecke unterwegs ist, wohl schon einmal aufgefallen ist.

Schnell habe sich die Bezugsquelle neuer Produkte wie Fleisch und Eier herumgesprochen. Zu den Abnehmern gehörten besonders viele aus Österreich – die Grenze liegt nur zwei Kilometer Luftlinie entfernt. Viele Kunden seien sogar aus Innsbruck oder Bozen gekommen. „Der Österreicher legt mehr Wert auf Qualität bei Lebensmitteln“, so Matheis. Die deutsche Discounter-Mentalität sei bei den Nachbarn ein Stück weit weniger stark ausgeprägt.

Ganz wollen sich beide jedoch nicht aus der Landwirtschaft zurückziehen. Cornelia Matheis hat einen Gnadenhof für Pferde eröffnet. Sie kümmert sich um verstoßene, verletzte und ungeliebte Tiere. „Mir tun sie unendlich leid“, sagt sie. Zugleich will sie so Kindern aus der Umgebung eine Möglichkeit eröffnen, dem Hobby des Reitens nachzukommen.

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