Rosenheim – Neun junge Frauen wagten bei der Wahl im Möbelhaus Weko vor gut 200 Schaulustigen und der Jury, besetzt unter anderem mit der amtierenden „Miss Germany“ Soraya Kohlmann und „Miss Süddeutschland“ Viola Kraus, den Gang über den Laufsteg – zuerst in Bademoden, dann in Abendkleidung und zuletzt in Dirndlkleidern.
„Dafür braucht es viel Mut“, weiß Lutz Riemenschneider, der für die Miss-Germany-Corporation aus Oldenburg (MGC) die Veranstaltung moderierte. Diese wirbt damit, markenrechtlich geschützt, den einzigen offiziellen Titel der „Miss Germany“ und des „Mister Germany“ verleihen zu dürfen. Mit über 150 Wahlen jährlich gehört das Unternehmen europaweit zu den größten Veranstaltern auf diesem Sektor.
Die Sehnsucht nach makelloser Schönheit ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Fernsehformate wie „Germanys Next Topmodel“ haben den Wunsch vieler Mädchen auf eine Karriere in der Welt der Schönen und Reichen zuletzt noch einmal angeheizt. Da wundert es nicht, wenn sich bei der MGC jährlich rund 5000 Mädchen registrieren lassen.
Der Weg zu einer Misswahl ist weit weniger steinig als in eine Model-Agentur: „Frau“ braucht dafür keine Mindestgröße, Kurven dürfen auch vorhanden sein. „Vor allem kommt es uns auf die Ausstrahlung an“, erklärt MGC-Pressesprecherin Simone Zimmermann. Eine „Miss“ müsse vor allem ihr Land gut repräsentieren können.
Soraya Kohlmann hat damit schon reichlich Erfahrung gesammelt. Im Februar 2017 wurde die Leipzigerin im Europa-Park Rust zur „Miss Germany 2017“ gewählt. Seitdem wurde über sie in über 1500 Zeitungs- Fernseh- und Onlinebeträgen berichtet.
„Es war eine spontane Entscheidung, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Vom Ergebnis war ich selbst total überrascht“, erzählt die 19-jährige blonde Schönheit. Eine Karriere in der Model-Welt strebt sie nicht an, aber ein Hobby könnte das Posieren vor Kameras schon bleiben, meint sie: „Man sammelt dabei so viele Erfahrungen.“
Angst vor den „Nebenwirkungen“ wie ein strenger Ernährungs- und Fitnessplans hat sie nicht: „Ich habe immer schon Spaß an Ernährung und Fitness.“ Es sei nur wichtig, sich dabei nie selbst zu verlieren. Ihr Rat für die „Miss Inntal“ lautet deshalb: „Sie soll sich immer selbst treu bleiben“.
Auch wenn das Inntal sicherlich viele Schönheiten zu bieten hat, traten zur Misswahl im Möbelhaus Weko nur zwei junge Frauen aus der Region an. Eine davon war die 18-jährige Serena Hofmann. Sie beginnt in wenigen Wochen ein Studium zur technischen Biotechnologin. Wie Miss Germany Soraya Kohlmann hat auch Serena sich ganz spontan für diese Wahl gemeldet. „Sie hat darüber in der Zeitung gelesen“, erzählte ihre Mutter. Als ihre Tochter dann, perfekt gestylt, in drei Durchgängen über den Laufgang schritt und sich auch bei einem kurzen Interview schlagfertig und selbstbewusst in Szene setzte, war sie sehr stolz: „Das muss man sich erst mal trauen.“
Siegerin am Ende mit klarem Vorsprung
Auch der Gang über den Laufsteg will gelernt sein, gleich gar in hohen Stöckelschuhen. Viel Zeit zum Üben blieb Serena nicht. „Nur einmal ganz kurz beim Spazierengehen“, berichtete ihre Mutter. Sie war sich sicher, dass es der Jury sowieso am meisten auf Natürlichkeit ankommt.
Am Schluss der gut zweieinhalbstündigen Veranstaltung bekam den Titel „Miss Inntal“ eine Münchnerin verliehen. Die 23-jährige Jennifer Giugliano heimste bei der Jury die mit Abstand größte Punktezahl ein und ließ sich sichtlich gerührt in Rosenheim mit Krönchen und Schärpe ausstatten. Automatisch nimmt sie damit demnächst an der „Miss Bayern“-Wahl teil.