Rosenheim – Beim Meridian und bei der Bayerischen Oberlandbahn GmbH (BOB) droht ein Streik des Zugpersonals. Wie Isidoro Peronace, Geschäftsstellenleiter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in München, gegenüber unserer Zeitung mitteilte, seien die aktuellen Tarifverhandlungen ins Stocken geraten.
Sollte es auch weiterhin zu keiner Einigung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite kommen, wollen nach Angaben des EVG-Vertreters die Beschäftigten von BOB und Meridian ihre Forderungen gegebenenfalls mit Streikmaßnahmen durchsetzen. „Wir bitten schon heute die Fahrgäste um Verständnis“, so der Gewerkschaftsfunktionär.
Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um 4,5 Prozent und das sogenannte EVG-Wahlmodell. Demnach sollen die Mitglieder selbst entscheiden können, ob sie zusätzlich zur linearen Entgelterhöhung wahlweise 2,6 Prozent mehr Geld oder sechs Tage mehr Urlaub oder eine Arbeitszeitverkürzung von einer Stunde pro Woche wählen wollen.
„In der zweiten Verhandlungsrunde unterbreitete die BOB ein neues, aber immer noch unzureichendes Angebot“, so Peronace. Unter anderem soll es ihm zufolge für den Zeitraum Juni bis Dezember 2017 eine Einmalzahlung geben. Erst zum 1. Januar 2018 soll eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 2,5 Prozent kommen.
Ein weiterer Bestandteil sei zudem eine „eigene Variante“ des EVG-Wahlmodells im Volumen von 2,5 Prozent, basierend auf einer 40-Stunden-Woche. Zudem beharre der Arbeitgeber auf die Umstellung zu einer Jahresarbeitszeit. „Dies wies die EVG entschieden zurück“, so der Arbeitnehmervertreter. Die Verhandlungen seien deshalb unterbrochen worden. „Streiks sind nicht mehr ausgeschlossen“, sagt er. re