Prien/Graz – Der Nachtexpress Chiemgau zwischen Bad Endorf, Grassau und Aschau musste aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen vor knapp einem Jahr eingestellt werden. Seitdem war der Priener Jugendrat, der den Nachtexpress initiiert hatte, auf der Suche nach geeignetem Ersatz. Im Januar fand im Priener Rathaus ein Treffen von Jugendräten, Jugendreferenten, Verantwortlichen aus dem Landratsamt und vielen interessierten Jugendlichen statt. Dieses Treffen unterstützte auch der Verein „Nachtexpress Rosenheim e.V.“, der sich um alle Nacht-Linien im ganzen Landkreis kümmerte.
Im Nachgang zu diesem Treffen lud Kreisrat Matthias Vieweger, Vorsitzender des Vereins „Nachtexpress Rosenheim“, alle Interessierten zur nächsten Vereinssitzung ein. Hierfür hatte Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner ein Grazer Start-Up, die „ISTmobil GmbH“ eingeladen. Die GmbH entwickelte und betreibt in Österreich ein erfolgreiches Anrufsammeltaxi-System.
Die Jugendlichen und die Vereinsmitglieder zeigten sich sofort begeistert und wollten sich vor Ort über das System informieren. Diese Informationsfahrt nach Graz fand jetzt statt. Ein ähnliches Konzept wie in der Steiermark können sich Stöttner, Kreisrat Matthias Vieweger, Jugendreferentin Annette Resch und Jugendratsvorsitzender Leon Duvinage auch für den Landkreis Rosenheim vorstellen. Sie wollen zunächst mit der Modellregion Chiemsee starten. Los gehen soll es mit den Gemeinden um das westliche Chiemseeufer mit Prien im Zentrum.
„Im Gegensatz zu einer starren Linie könnten Fahrgäste so auch in bisher nicht so gut angebundene Ortsteile wie Hittenkirchen, Atzing oder Greimharting gebracht werden,“ so Vieweger. „Bei der Einführung würden wir uns dann natürlich nicht nur auf den nächtlichen Transport von Jugendlichen beschränken wollen“, ergänzt Duvinage.
Für Ende November hat Stöttner zwei Informationsveranstaltungen geplant und hierzu auch Vertreter der Firma aus Österreich eingeladen. „Die Einführung eines so innovativen und zukunftsweisenden Systems im Landkreis würde erheblich zur Attraktivität unserer Region beitragen. Wir könnten Leuchtturm für die Mobilität im ländlichen Raum für ganz Bayern sein“, ist der Landtagsabgeordnete überzeugt..
Bis dahin stehen noch einige Gespräche an, eine Umsetzung des Projekts ist daher nicht vor dem zweiten Halbjahr 2018 geplant.re