Tempolimit droht das Ende

von Redaktion

Urteil des Verwaltungsgerichts wird heute erwartet – Vorsorglich Revision beantragt

Halfing/München – Das Urteil wird zwar erst heute veröffentlicht, doch Richter Dr. Dietmar Wolff ließ keine Zweifel daran, dass die Klage der Gemeinde Halfing gegen den Freistaat Bayern aufgrund der Anordnung, Tempolimitschilder zwischen Halfing und Egg wieder zu entfernen, als unzulässig bewertet wird. Für Anwohnerin Monika Schwaiger eine herbe Enttäuschung: „Ich verstehe nicht, dass die Sicherheit keine Rolle spielt.“

Akribisch hatte sich die Delegation aus Halfing, bestehend aus Bürgermeister Peter Böck, den Gemeinderatsmitgliedern Peter Aicher und Daniel Ober sowie der Anwohnerin Monika Schwaiger, auf die Verhandlung vor der 23. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgerichts München unter Vorsitz von Richter Dr. Dietmar Wolff vorbereitet. So hatte Aicher fast zwei Seiten mit Argumenten zum Tempolimit auf der „saugefährlichen Strecke“ zwischen Halfing und Egg aufgelistet, während Schwaiger als betroffene Anwohnerin Einblicke in die „gefährlichen Situationen“, die sie tagtäglich auf der Gemeindeverbindungsstraße erlebe, schildern wollte.

„Wenn ich zu Fuß mit dem Kinderwagen unterwegs bin und sehe, dass von vorne und hinten Autos kommen, weiche ich automatisch in die Wiese aus“, schilderte die besorgte Mutter vor Verhandlungsbeginn gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. „Denn auf der Strecke haben sich schon viele verschätzt und sind mit ihrem Fahrzeug in der Wiese gelandet.“ Immer wieder mussten ihre Eltern, die früher einen landwirtschaftlichen Betrieb besaßen, verunglückte Fahrzeuge mit dem Traktor aus der Wiese ziehen. Einmal sei ein junger Bursche mit seinem Pkw aufgrund überhöhter Geschwindigkeit erst an einem Baum zum Stehen gekommen. „Seitdem die Geschwindigkeit begrenzt ist, ist es viel sicherer geworden“, konnte Schwaiger nun berichten.

Doch die meisten der Unfälle in der Zeit vor dem Tempolimit wurden nicht bei der Polizei gemeldet und waren deshalb für das Gericht auch nicht belegbar. Und hätten wohl auch keine entscheidende Rolle für den Ausgang der Verhandlung gespielt. Denn Richter Wolff berief sich bei seiner Einschätzung zur Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde Halfing und dem Freistaat Bayern in erster Linie auf die Urteile zu ähnlichen Verfahren, die deutlich machten, dass die Klage einer Kommune gegen eine „fachaufsichtliche Weisung“ in der Regel unzulässig sei. „Eine Ausnahme ist, wenn die Gemeinde im Rahmen eines Verkehrskonzepts argumentiert, was hier aber nicht der Fall ist“, so Wolff, der keinen Zweifel daran ließ, die Klage als unzulässig zu erklären, trotzdem aber Verständnis für die Sichtweise der Kommune äußerte und fast entschuldigend anfügte: „Das ist halt auch unserem Rechtssystem geschuldet.“

Für Halfings Bürgermeister Peter Böck ein schwacher Trost. Denn er setzte den Ausführungen des Richters entgegen, dass die Weisung der Aufsichtsbehörden, des….

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Der Ursprung des Streits

Wie mehrfach berichtet, hatte der Halfinger Gemeinderat in mehreren Sitzungen darüber beraten, ob auf der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Halfing und Egg die Notwendigkeit eines Tempolimits gegeben sei, ehe im Herbst 2016 die Entscheidung gefallen war, die Geschwindigkeit auf der Strecke auf 70 km/h – im Waldstück sogar auf 50 km/h – zu begrenzen. Und das, obwohl sich die Polizeiinspektion Prien dagegen ausgesprochen hatte und letztlich die gegen ihren Rat gefällte Entscheidung der Kommune dem Landratsamt meldete. Doch weder der Anordnung des Landratsamtes Rosenheim, den Beschluss zurückzunehmen, noch der Weisung der Regierung von Oberbayern, die Schilder wieder zu entfernen, leistete die Kommune Folge. Stattdessen entschied sich der Gemeinderat dazu, den Rechtsweg einzuschlagen – und klagte nun gegen die sogenannte „fachaufsichtliche Weisung“ des Freistaats Bayern. mw