Kolbermoor – Der Rennmechaniker aus Kolbermoor war in den 70er- und 80er- Jahren ein gefragter Mann im Motorsportzirkus. Fahrergrößen wie Niki Lauda, Nelson Piquet, Hans-Joachim Stuck, Christian Danner oder Manfred Winkelhock vertrauten ihm damals ihre Flitzer an.
Noch heute gilt Wagner (62) weltweit als einer der größten Fachmänner, was die legendären M1-Procar-Autos von BMW betrifft. Wer eines der seltenen Exemplare besitzt, kommt bei einem Schaden nicht an dem Kolbermoorer vorbei. Wagner, eigentlich längst aus dem Geschäft, greift dann in sein bestens sortiertes Ersatzteillager und hilft – aus reiner Leidenschaft: „Daran verdiene ich keinen Cent.“
So ist es auch beim aktuellen Coup in Florida, wo am Sonntag beim 24-Stunden-Rennen „Daytona Classic“ – neben Le Mans das bedeutendste Oldtimer-Rennen der Welt – die Reifen qualmen. Ein Wagen von Wagner, selbst stolzer M1-Procar-Besitzer, ist am Start. Das Auto, speziell für das Rennen in den USA präpariert und neu lackiert, kam mit dem Lkw nach Bremerhaven und wurde dort verschifft. Dann flog Fritz Wagner mit fünf Mechanikern hinterher.
Nach dem Rennen kommt der M1 – wie sein Besitzer und dessen Team – wieder zurück nach Kolbermoor. Für so ein spektakuläres transatlantisches US-Abenteuer „geht normalerweise ein kleines Vermögen drauf“, sagt Fritz Wagner. Aber Sponsor Redbull übernimmt alle Kosten – auch das ein Kompliment für den „Motorflüsterer“ aus Kolbermoor.
Am Steuer seines BMW M1 sitzen in Florida zwei erfahrene Haudegen: die ehemaligen Tourenwagen-Europameister Luca Riccitelli (46, Italien) und Dieter Quester (78, Österreich). Rennerfahrung ist auch empfehlenswert, um ein Procar zu beherrschen, das 480 PS auf den Asphalt bringt. „Eine Fahrt mit dem M1 ist wie ein Ritt auf einer Kanonenkugel“, brachte es Hans-Joachim „Striezel“ Stuck einmal ehrfurchtsvoll auf den Punkt.