Zehn Jahre Patenprojekt „Jugend in Arbeit“

Ein Schubser ins Berufsleben

von Redaktion

Gut ans Ziel gekommen: Leon Hordt aus Bruckmühl ist frisch gebackener Konditor. Auf dem Weg zum Schulabschluss und durch die Ausbildung begleitete ihn sein persönlicher „Motivationscoach“, Pate Wolfram Bruckmayer aus Bad Aibling.


Rosenheim/Bruckmühl
– „Es hat mir Freude gemacht, Leon zu unterstützen, weil er von sich aus wirklich etwas erreichen wollte“, sagt der Ehrenamtliche. Seit über zehn Jahren bietet das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“ diese Art der ehrenamtlichen Begleitung – mittlerweile an allen Mittelschulen im Landkreis.

Ab der siebten Klasse finden Schüler kostenfreie und praktische Hilfe durch ihre persönlichen Paten und Patinnen im schulischen Bereich, bei der Berufsfindung und während ihrer gesamten Ausbildung.

200 Unterstützer

für die Jugend

In 15 Regionalgruppen sind derzeit über 200 Ehrenamtliche im Landkreis mit ihren Schützlingen aktiv. In jeder Gruppe fungiert ein Koordinator als direkter Ansprechpartner zusätzlich zu den Hauptamtlichen.

Der Träger des Projektes, der Verein Rosenheimer Aktion für das Leben, freut sich über die gelungene Entwicklung des Projektes, das mittlerweile eine Institution an den Schulen und in den Gemeinden geworden ist. Finanziert wird es vom Landkreis, dem Jobcenter des Landkreises und der Sparkassenstiftung „Zukunft“ für den Landkreis Rosenheim. Auch viele Bürgermeister und private Sponsoren engagieren sich persönlich und finanziell für „ihre“ Patengruppe.

„Jeder unserer Ehrenamtlichen bringt viel Engagement, Zeit und Motivation für seinen Schützling mit, um ihn ein Stück auf seinem Weg hin zur Berufswelt zu begleiten. Wir danken allen Beteiligten dafür herzlich“, so die drei hauptamtlichen Projektleiterinnen Kerstin Stock, Regina Haidn und Silvia Schütz von der „Jungen Arbeit Rosenheim“. Sie begleiten die Patenpaare professionell und sind zuständig für Patenakquise, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkpflege. Zudem sorgen sie für ein anspruchsvolles Fortbildungsprogramm für ihre Ehrenamtlichen und arbeiten eng mit Mittelschulen, Jugendschulsozialarbeit, Bürgermeistern, Berufsberatern und Schul- und Jugendreferenten zusammen.

Unbürokratisch

und passgenau

Schüler und Azubis können sich jederzeit melden und werden unkompliziert in das Projekt aufgenommen. Die Projektleiterinnen vermitteln dann den passenden Paten. Danach trifft man sich regelmäßig einmal pro Woche mit seinem Coach, um das persönliche Ziel zu definieren und anschließend zu erreichen: ein guter Übertritt in die nächste Klasse, den Schulabschluss schaffen, interessante Praktikumsstellen entdecken. Natürlich dreht sich vieles um die perfekte Bewerbung, die passende Ausbildungsstelle oder eine weiterführende Schule, aber vor allem die persönlichen Gespräche kommen nicht zu kurz. Das stärkt das Selbstvertrauen der Jugendlichen und es wird vieles möglich.

Schulen, Firmen und Betriebe profitieren ebenfalls von der persönlichen Begleitung ihrer Schüler und Azubis durch die Ehrenamtlichen. Die Jugendlichen selbst und ihre Familien erhalten eine gezielte Chancenverbesserung. Mögliche zukünftige Maßnahmen für den Einstieg ins Berufsleben werden so gar nicht benötigt – und damit Ressourcen geschont.

„Alleine hätte ich es nicht so hinbekommen. Manchmal braucht man jemanden außerhalb der Familie, der einen anschubst“, so formulierte es ein anderer erfolgreicher Teilnehmer, der seit der achten Klasse mit seinem Paten arbeitet. Nach bestandenem Quali an der Mittelschule und absolvierter Ausbildung packte ihn der Ehrgeiz. Nun ist er an der BOS Rosenheim.

Wer sich ehrenamtlich für die Jugend engagieren und seine Lebenserfahrung weitergeben will, findet beim Patenprojekt ein hochwertiges, gut betreutes Einsatzgebiet.

Kostenfreie Unterstützung für Schüler und Azubis:

www.patenprojekt-rosenheim.de, Telefon 08031/40929-180

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