förderung für Imkerverbände

Ein Signal für Wert der Bienen

von Redaktion

Aufgrund einer Änderung im EU-Förderprogramm erhalten die heimischen Imker keine Zuschüsse mehr für Arzneimittel. Ein Grund, warum der Landkreis jetzt die finanzielle Unterstützung der drei hier aktiven Imker-Kreisverbände auf neue Beine stellt.

Rosenheim – Im Kreisausschuss ging es zwar nur um eine verhältnismäßig geringe Summe in Höhe von 10000 Euro, die Signalwirkung des einstimmig gefassten Beschlusses ist jedoch erheblich, wie Karl Seidl von der Landkreisverwaltung dem Gremium verdeutlichte. Monatelang hatte er mit Vertretern der Bienenzüchter verhandelt, ehe eine Lösung gefunden war, mit der alle drei Kreisverbände einverstanden waren. Künftig will der Landkreis keine Einzelmaßnahmen mehr fördern, sondern den Bienenzüchtervereinigungen im Landkreis eine Jahrespauschale gewähren, die sich an ihrer Mitgliederzahl orientiert – vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags bei der Haushaltsberatung. „Wir wollen zeigen, dass uns die Bienen wichtig sind“, kommentierte Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) den Beschluss. Er zeigte sich erfreut, dass es gelungen ist, einen Konsens zu finden.

Bisher hatten die drei Verbände regelmäßig Zuschüsse zur Bekämpfung der Bienenkrankheit Varroose erhalten. Die Gelder summierten sich auf etwa 2500 bis 3000 Euro im Jahr. Der Kreisverband Rosenheim der Imker erhielt zudem einen jährlichen Zuschuss von 600 Euro zur Förderung der Bienenzucht.

Das Umdenken setzte mit einer Änderung auf EU-Ebene ein. Sie gewährt den Bienenzüchtern künftig keine Zuschüsse mehr für den Kauf von Arzneimitteln zur Varroose-Bekämpfung, sondern nur noch für die Beschaffung von Applikatoren zur Verdunstung von Ameisensäure in Bienenstöcken, mit denen die Bienenkrankheit bekämpft werden soll. Weil ihnen das Zuschussverfahren zu umständlich und zu zeitaufwendig ist, haben die drei Verbände heuer keine EU-Mittel beantragt. Auch die 5000 Euro, die 2017 im Kreishaushalt für die Anschaffung von Applikatoren eingeplant waren, haben die Imker nicht abgerufen. Grund: Es wurde auch keine EU-Förderung für die notwendigen Verdunstungsgeräte beantragt.

Vor diesem Hintergrund stellten die drei Kreisverbände bereits zu Beginn des Jahres den Antrag, der Landkreis möge ihnen insgesamt 18000 Euro zur Gesunderhaltung der Bienenvölker und zur Förderung der Bienenzucht gewähren. Landtagsabgeordneter Otto Lederer regte schließlich eine pauschale Förderung an, wie sie jetzt beschlossen wurde. Die 5000 Euro, die heuer im Kreishaushalt bereitgestellt wurden, erhalten die Imkerverbände laut Beschluss ebenfalls als Zuschusspauschale.

Letztlich stimmte der Kreisausschuss dieser Vorgehensweise ohne lange Debatte zu, auch wenn Sebastian Friesinger (CSU) eine andere Vorgehensweise bei der Geldverteilung noch lieber gewesen wäre. Statt einer Pauschale, die sich an den Mitgliedern orientiert, hätte er bevorzugt, wenn die drei Verbände sich einmal im Jahr zusammensetzen und über die Aufteilung des Geldes selber entscheiden.

So verteilen sich die Mitglieder

Im Landkreis Rosenheim gibt es drei Imkerverbände mit 1372 Mitgliedern. Der größte ist laut Landratsamt der Kreisverband Imker Rosenheim (841 Mitglieder). Registriert sind auch der Kreisverband Bayerischer Bienenzüchter Rosenheim-Inntal (331) und der Kreisverband Bayerischer Bienenzüchter Wasserburg (200). tt

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