Ab sofort ein starker Motor für den Naturschutz

von Redaktion

Landschaftspflegeverband im Landkreis Rosenheim gegründet

Landkreis – Für den Amtschef im Bayerischen Umweltministerium, Dr. Christian Barth, war es ein „besonderer Tag für den Naturschutz“, Landrat Wolfgang Berthaler sprach von einem „historischen Moment“: Der Landkreis Rosenheim, 29 Gemeinden sowie Vertreter von Landwirtschaft und Naturschutzverbänden haben jetzt im Kurhaus von Bad Aibling den Landschaftspflegeverband Rosenheim e.V. gegründet. Damit ist Rosenheim der 60. Landkreis im Freistaat mit einem eigenen Landschaftspflegeverband.

Zum Vorsitzenden wurde der Bürgermeister von Söchtenau, Sebastian Forstner, gewählt. Seine Stellvertreter sind der Sachranger Landwirt Sebastian Pertl und Martin Walter vom Landesbund für Vogelschutz. Den Vorstand komplettieren Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands Josef Bodmaier, der Vorstand der Waldbesitzervereinigung Rosenheim Georg Höhensteiger, Alfred Ringler von der Bayerischen Botanischen Gesellschaft und Peter Wiedeburg vom Bund Naturschutz. Dem Gremium gehört zudem Landrat Wolfgang Berthaler als geborenes Vorstandsmitglied an.

„Sie haben ab sofort einen starken Motor für Naturschutz und Landschaftspflege“, betonte Dr. Barth. Er hatte sich vor der Abstimmung über die Satzung und den Vorstandswahlen für die Gründung des Verbandes stark gemacht, „weil es unsere Natur und unsere Kulturlandschaft wert sind.“ Barths Ausführungen zufolge kümmern sich die Landschaftspflegeverbände bisher um drei Viertel der zu pflegenden Flächen in Bayern und arbeiten mit mehr als 3000 Landwirten zusammen: „Landschaftspflege wird von Seiten der Landwirtschaft als neue Perspektive gesehen.“

Ähnlich sah es Landrat Berthaler, der den Befürchtungen von Landwirten und Gemeinderäten vor mehr Gängelung und Bürokratismus entgegentrat: „Das Gegenteil wird der Fall sein. Wir gründen einen Verband, der uns Arbeitserleichterung bringt.“ Wie Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller, der als Hausherr ans Rednerpult trat, hofft Berthaler, dass sich auch diejenigen Gemeinden dem Verband anschließen werden, die bislang von einer Beteiligung abgesehen haben.

Die bedeutende Rolle der Landwirte beleuchtete Beate Krettinger. Die Landeskoordinatorin Bayern im Deutschen Verband für Landschaftspflege verdeutlichte, dass 75 Prozent der Mittel direkt an die Landwirte gingen. „Daran sieht man das enge Zusammenspiel zwischen Verband und Landwirtschaft.“ Auch werde die Arbeit mit einem Landschaftspflegeverband leichter. Dieser könne die gesamte Förderpalette in Bayern nutzen.

Landschaftspflege beinhaltet neben dem Arten- und Biotopschutz die Heckenpflege sowie die Beweidung und die Mahd von Feucht- und Streuwiesen sowie Magerrasen, die Freistellung von Magerrasen auf Almen, die Streuobstpflege sowie Pflanzungen. Zudem betreut der Verband Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und organisiert das Management in Schutzgebieten. Träger der Pflege- und Artenschutzmaßnahmen waren bisher überwiegend der Landkreis Rosenheim, in Einzelfällen auch Gemeinden.re

Artikel 5 von 11