Wasserburg – Viele sportliche Aktivitäten der Bewohner der Einrichtung der Stiftung Attl in Wasserburg wären ohne die Unterstützung der Sportfreunde Attl nicht möglich. Mit ihren zum Teil sehr außergewöhnlichen Aktionen sammelten die Sportfreunde bisher mehr als 30000 Euro für den Sportfonds der Stiftung Attl. Als Anerkennung für ihr Engagement verlieh ihnen Landrat Wolfgang Berthaler jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Attl den Sozialpreis 2017 des Landkreises Rosenheim.
„Es ist nicht mehr so selbstverständlich, sich im sozialen Bereich zu engagieren“, sagte Berthaler in seiner Laudatio. „Mit dem Sozialpreis will der Landkreis Rosenheim das ehrenamtliche Engagement stärken und beispielhaften Einsatz im sozialen Bereich ehren.“ Der Landrat bedankte sich bei den Sportfreunden, „denn sie ermöglichen Teilhabe am sportlichen Geschehen.“
Auch der Vorstand der Stiftung Attl, Franz Hartl, betonte in seiner Ansprache, dass viele sportliche Aktivitäten ohne die Unterstützung nicht stattfinden würden. Wichtig war Hartl, dass sich das Engagement der Sportfreunde Attl nicht allein auf das finanzielle Element beschränkt: „Sie sind immer wieder persönlich anwesend. Sie zeigen ihre Solidarität mit der Einrichtung und den Menschen. Daher haben Sie sich diese Auszeichnung wirklich redlich verdient“, betonte Hartl.
„Die Verleihung des Sozialpreises ist etwas ganz Besonderes“, sagte Simone Grönheit, die sich als erste Rednerin aus der Gruppe für die Auszeichnung bedankte. Die Sportfreunde Attl stellte sie als „einen Haufen sportbegeisterter Freunde“ vor, „die noch etwas Gutes tun können.“ Grönheit sowie Martin Lindner, Stefan Schwarzenböck, Roland Schoderer, Markus Zeidler und Florian Brunhuber bedankten sich bei Menschen, die sie in den vergangenen Jahren in besonderem Maße begleitet und unterstützt hatten. Dazu gehörten Familienmitglieder, Freunde und die Firma Schattdecor in Rohrdorf.
Die Mitglieder der Sportfreunde Attl kommen aus dem Landkreis Rosenheim, München und dem benachbarten Tirol. Landrat Wolfgang Berthaler und Stiftungsvorstand Franz Hartl stellten in ihren Ansprachen auch die verschiedenen Aktivitäten der Gruppe vor.
So beschlossen sie 2012, die Alpen zu Fuß zu überqueren, und machten daraus eine außergewöhnliche Benefiz-Tour. Die 500 Kilometer von Venedig nach Wasserburg erbrachten stolze 11000 Euro. Das Geld floss in den damals neuen Sportfonds der Stiftung Attl.
Zwei Jahre später folgte eine noch größere sportliche Herausforderung. Sieben Tage oder 168 Stunden liefen sie in einem Staffellauf ohne Unterbrechung um den Chiemsee. Sie legten 1522,5 Kilometer zurück und sammelten 18000 Euro für den Sportfonds. Stiftungsvorstand Hartl sagte, „sie kamen nicht nur nahe an ihre Grenzen.“ Hartl hatte die Sportfreunde mit dem Rad eine Runde um den See begleitet: Sein Fazit: „Man bekommt eine Ahnung von den Strapazen.“
2015 übernahmen die Sportfreunde die Schirmherrschaft für die Tour de Rolli, eine integrative Radtour für Menschen mit und ohne Behinderung. 2016 und 2017 folgte die Schirmherrschaft für den Attler Lauf. Laut Hartl eine der wichtigsten Inklusionsveranstaltungen der Stiftung Attl.
Mit dem gesammelten Geld werden die sportlichen Aktivitäten der Bewohner der Einrichtung in Wasserburg unterstützt. So wird zum Beispiel therapeutisches Klettern für Kinder und Jugendliche mit Behinderung finanziert. Auch die Fußballer und Handicap-Basketballer können durch Zuschüsse aus dem Sportfonds an Veranstaltungen und Turnieren teilnehmen. Gleiches gilt für die Showtanzgruppe oder die Attler Judokas.
Der Sozialpreis ist mit 5000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Der Landkreis Rosenheim ehrt damit beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich, insbesondere den herausragenden Einsatz auf dem Gebiet der Altenarbeit, der Behindertenarbeit und der Hilfe für die sozial Schwachen und Benachteiligten. re