Rosenheim – An der Beruflichen Oberschule (BOS) in Rosenheim installiert der Landkreis ab dem Schuljahr 2018/19 den neuen Ausbildungszweig Gestaltung. Der Ausschuss für Schulen und Sport und der Kreisausschuss stimmten bei ihrer jüngsten Sitzung in Bad Aibling der Maßnahme einstimmig zu. Entsprechende bildnerisch-praktische Fähigkeiten müssen künftige Schüler zunächst in einer Aufnahmeprüfung nachweisen.
Schulleiter Dr. Marko Hunger hatte vor der Abstimmung auf den großen Bedarf für einen solchen Zweig in Rosenheim hingewiesen und betont, dass man hier den Schwerpunkt auf Grafik- und Mediendesign legen wolle, sollte sich der Landkreis für das Anbieten dieser Ausbildungsrichtung entscheiden. „Wir könnten den gesamten südostoberbayerischen Raum abdecken“, umriss Hunger das Einzugsgebiet und schob noch zwei Argumente nach, die aus seiner Sicht für die Erweiterung des Angebots sprechen: die guten Berufsaussichten, die Absolventen dieses Zweiges haben, und die Tatsache, dass Gestaltung sehr gut zum Unterrichtsangebot passt, das Realschüler in der Region vorfinden. Von der Realschule kann man auf die BOS wechseln.
Die Landkreisverwaltung teilte die Argumentation des Schulleiters uneingeschränkt und sah auch in der Kostenfrage kein Hindernis für ein positives Votum. Für einen erfolgreichen Start sei ein Betrag von etwa 24000 Euro erforderlich, um die notwendige Grundausstattung zu finanzieren. Längerfristig kämen für die Anschaffung leistungsfähiger Computer und hochwertiger digitaler Spiegelreflexkameras nochmals 75000 Euro hinzu. Wegfallen würden im Gegenzug rund 30000 Euro an Gastschulbeiträgen, die der Landkreis jährlich für jene Schüler entrichtet, die derzeit in München in Gestaltung unterrichtet werden. Da für die BOS eh ein Erweiterungsbau ins Auge gefasst werde, könnten hier künftig zudem die räumlichen Voraussetzungen für die neue Fachrichtung geschaffen werden. Bis dahin käme man laut Hunger mit dem Platzangebot im bestehenden Gebäude zurecht.
Unter der Maßgabe, die Zahl der Eingangsklassen auf zwei zu begrenzen, befürworteten schließlich beide Gremien die Einführung des neuen Ausbildungszweiges. SPD-Fraktionssprecherin Alexandra Burgmaier wollte zuvor noch wissen, wie die BOS dafür Sorge tragen könne, dass bei großer Nachfrage nach dem neuen Angebot bevorzugt Schüler aus dem Landkreis aufgenommen werden.
Der Schulleiter betonte, dass das Abschneiden bei der Aufnahmeprüfung natürlich ein wesentliches Kriterium sei. Bei gleicher Eignung berücksichtige man Interessenten aus Stadt und Land bevorzugt. „Wir wollen keinen Schüler aus Landshut, und der aus Stephanskirchen hat keinen Platz.“
CSU-Fraktionssprecher Felix Schwaller sah keinen Grund für weitere Diskussionen. „Die Maßnahme ist absolut zu begrüßen. Sofort anpacken!“, so seine Forderung bei der Sitzung.