Wasserburg/Bad Aibling – Bei den Mitgliedern im Ausschuss für Schulen und Sport sowie im Kreisausschuss war die Einigkeit bei ihrer gemeinsamen Sitzung im Bad Aiblinger Rathaus groß. Alle Hände hoben sich in beiden Gremien, als Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) um Zustimmung für die Zukunftsinvestition bat. Damit kann die Landkreisverwaltung zeitnah beginnen, die notwendigen Anträge auf Förderung der Maßnahme, den vorzeitigen Baubeginn und für die schulaufsichtliche Genehmigung zu stellen.
Die absolute Notwendigkeit der Arbeiten hatten der Landrat und Schulleiter Gerhard Heindl zuvor den Mandatsträgern erläutert. Heindl verwies unter anderem darauf, dass in der Berufsschule Wasserburg gemäß dem aktuellen Raumprogramm der Regierung derzeit rund 26 Prozent Fläche für Klassenzimmer sowie für Fach- und Mehrzweckräume fehlten. Der Landrat erinnerte daran, dass das Hauptgebäude des Beruflichen Schulzentrums bereits 1956 errichtet worden sei. Seitdem seien mit Ausnahme von Instandhaltungsarbeiten keine größeren baulichen Maßnahmen an dem Gebäude mehr durchgeführt worden. Hinzu komme laut Berthaler, dass die Zahl der Berufsschüler, die in Wasserburg unterrichtet werden, in den vergangenen Jahren um über 600 gewachsen ist. Gründe hierfür seien der steigende Anteil der Asylbewerber und die Tatsache, dass in Wasserburg viele Auszubildende in technischen Berufen beschult werden, die als Lehrberuf besonders gefragt seien.
Berthaler und Gerhard Kippes, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Landratsamt Rosenheim, versicherten, auf die Wirtschaftlichkeit geachtet zu haben. „Diese Variante kommt uns billiger als ein kompletter Neubau auf der grünen Wiese“, so der Landrat. Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) betonte, bei dem Investitionspaket handle es sich nicht um einen „Luxusbau“, im Gegenteil: „Wir reden hier über eine dringend notwendige Maßnahme, die seit Jahren danach schreit, dass sie durchgeführt wird.“ Da stimmte ihm sein Parteifreund Werner Gartner uneingeschränkt zu. Da der Maßnahme ein paar Bäume zum Opfer fallen müssen, bat Gartner jedoch darum, die Bevölkerung rechtzeitig über die Notwendigkeit der Fällung zu informieren. „Das wird Aufregung geben, das müssen wir den Leuten erklären.“ Georg Vogl vom Naturschutzreferat des Landratsamtes stellte klar, dass der Architekt nur die Entfernung jener Bäume vorsieht, die absolut weg müssen. „Der Naturschutz kann mit dieser Planung mitgehen“, sagte Vogl bei der Sitzung.
Für Sebastian Friesinger (CSU) ist wichtig, dass die Berufsschule an ihrem Standort in der Stadt verbleiben kann. Da sei der Verlust einiger Bäume untergeordnet einzustufen. Otto Lederer (CSU) zeigte sich angetan, dass Umbau und Sanierung bei laufendem Unterrichtsbetrieb erfolgen können. Die Arbeiten seien eine „notwendige Maßnahme“. Nach deren Abschluss sei die Berufsschule Wasserburg „wirklich gut aufgestellt“.
Ob sie an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden kann, wie dies Christian Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) vorschwebt, ist derzeit eher fraglich. Stadler hatte diesen Vorstoß vor allem angesichts der Tatsache unternommen, dass sich im Umfeld der Schule zahlreiche öffentliche Gebäude befinden. Landrat Wolfgang Berthaler machte klar, dass vom Landkreis hierfür keine Initiative ausgehen wird. „Bauen müsste die Stadt, wir schließen nur an. Insofern ist dieses Ansinnen zunächst an die Stadt heranzutragen“, betonte der Landrat.
Stefan Kippes ließ die Mandatsträger sogleich wissen, dass die Kreisverwaltung mit der Stadt bereits über einen Anschluss an ein Nahwärmenetz gesprochen habe. Ohne Erfolg. „Es gibt keinen geeigneten Standort für das notwendige Kraftwerk“, führte Kippes aus. In der jetzigen Planung wird die Wärmeversorgung mit Gas aus dem Netz der Energie Südbayern GmbH sichergestellt.