Miesbach/Rosenheim – Am Ende seiner Ära wartete Balthasar Biechl mit dem Bekenntnis auf, die Zeit beim Zuchtverband nicht missen zu wollen. Sein Motto: Herausforderungen meistern und immer wieder aus neuen Situationen lernen. Die Krönung dieser Einstellung war der erfolgreiche Neubau der Oberlandhalle in Miesbach, der seine Ära prägte.
„Es war eine interessante Zeit mit vielen neuen Erfahrungen,“ meint Biechl auch mit Blick auf die vielen Widerstände, die es beim Bau der Halle zu überwinden galt. Bereits kurz nach der Amtsübernahme des heute 68-Jährigen wurde es arbeitsreich für ihn. Neue Auflagen machten verschiedene Baumaßnahmen nötig, unter anderem das Fließen des Stalls in der alten Oberlandhalle, die Einrichtung eines Quarantäne-Bereichs und die Sanierung der Verbandshöfe. Auch die Oberlandhalle selbst hätte saniert werden müssen. Nach dem Einholen erster Angebote stellte sich dann jedoch eine grundsätzliche Frage. „Macht es Sinn, dass man so viel Geld in das alte Gebäude hineinsteckt, oder wäre ein Neubau sinnvoller?“, erinnert sich Biechl an viele Diskussionen im Verband.
Im Dezember 2009 musste die Halle sogar kurzfristig gesperrt werden. Grund: Bedenken im Hinblick auf die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion. 18 Holzstämme wurden als schnellstmögliche Stütze eingebaut, eine befristete Zulassung für den Weiterbetrieb bis 2014 wurde von den Behörden erteilt. Die Zeit für den Neubau drängte. Ein Konzept für das alte Gebäude – auf dem Areal befindet sich nun ein Einkaufsmarkt – und für die Finanzierung des jetzigen mussten gefunden werden.
Anfang Januar 2014 wurde die neue Halle erstmals genutzt. „Das war ein großartiger Markt, wie wir ihn nie zuvor hatten,“ erinnert sich Biechl. Damals wurde für den Stier „Mint“ der Rekordpreis von 104000 Euro erzielt. Es folgten die zweitägige, offizielle Einweihung der Halle im März und die Bundesfleckviehschau im Herbst.
„Es läuft positiv. Die Auftriebszahlen sind gestiegen. Die Halle wird gut angenommen, und auch die Kritiker sind zufrieden. Das freut mich besonders,“ zog der scheidende Verbandsvorsitzende Bilanz.
Auch nach der Übergabe seiner Amtsgeschäfte wird es Biechl nicht langweilig werden. Daheim in Feldkirchen-Westerham sei genug zu tun, sagte er in der Versammlung. „Jetzt ist es besser möglich, einen gemeinsamen Urlaub mit meiner Frau Annemarie zu organisieren,“ schmiedet er auch bereits Pläne für die Freizeitgestaltung.
Der neue Vorsitzende Hans Rauchenberger ist 44 Jahre alt und fungierte bereits fünf Jahre lang als Zweiter Vorsitzender des Verbandes. Zudem hat er den Vorsitz der Viehzuchtgenossenschaft Bad Tölz inne. Rauchenberger ist als erfolgreicher Fleckviehzüchter bekannt und führt seinen Hof im Haupterwerb. Zweiter Vorsitzender des Zuchtverbandes ist jetzt Johann Röhrmoser aus Oberwertach in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Er war bisher Ausschussmitglied. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden der Vorsitzende der Viehzuchtgenossenschaft Tegernsee, Andreas Bartl (Bad Wiessee), und Bernhard Niederthanner (Nußdorf) gewählt.
„Ich hoffe, dass es so gut weitergeht,“ meinte Rauchenberger nach seiner Wahl. In Biechls Fußstapfen zu treten, sei sicher nicht einfach. Es sei wichtig, dessen Arbeit gebührend zu würdigen. Der neue Vorsitzende freut sich über die Unterstützung von Christian Preßlaber, der seit kurzem als Geschäftsführer des Zuchtverbandes fungiert.