Bald Prozessbeginn am Schwurgericht Traunstein

Frau vor Supermarkt erstochen

von Redaktion

Die fünf und elf Jahre alten Kinder mussten Bluttat an der Mutter in Prien mit ansehen

Prien/Traunstein/Gars – Eine Reihe von Gewalttaten im Jahr 2017 mit einer Toten und mehreren Schwerverletzten im südostbayerischen Raum muss das Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs zu Beginn des neuen Jahres juristisch aufarbeiten. Das abscheulichste Verbrechen ist dabei der Tod einer 38-jährigen Frau aus Afghanistan, die ein 29-jähriger Landsmann am 29. April 2017 vor einem Supermarkt in Prien mit Messerstichen schwerst verletzt hatte.

Die Kinder des Opfers, fünf und elf Jahre alt, mussten die Tat mit ansehen. Die Frau verstarb noch am gleichen Abend. Der später bei der Polizei geständige Täter muss sich wegen Mordes vier Tage lang ab 23. Januar mit Fortsetzungen am 29. Januar sowie 5. und 9. Februar, jeweils um 9 Uhr, vor dem Schwurgericht verantworten.

Gegen 18.45 Uhr gingen an jenem Tag bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mehrere Notrufe ein, wonach eine Frau mit einem langen Messer niedergestochen und schwer verletzt worden sei. Der 29-jährige Afghane konnte am Tatort von einem zufällig anwesenden Polizeibeamten, der gerade dienstfrei hatte, und von Passanten trotz heftigen Widerstands überwältigt werden. Beamte der Polizeiinspektion Prien nahmen den Mann fest.

Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich sofort um die beiden traumatisierten Kinder. Die Obduktion der 38-Jährigen im Rechtsmedizinischen Institut der Universität München ergab multiple Stich- und Schnittverletzungen als Todesursache.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, wurde der Afghane nach dem schrecklichen Geschehen zunächst vorläufig in der Psychiatrie untergebracht. Nach entsprechenden Gutachten wanderte er in Untersuchungshaft in ein Gefängnis. Die Ermittler der Kripo Rosenheim arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles. Jedoch ergaben sich letztlich keine Hinweise auf eine irgendwie geartete Beziehung zwischen dem seit 2013 in Deutschland weilenden, zuletzt mit Duldungsbescheid in Prien in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnenden Täter und dem Opfer, das seit 2011 in der Bundesrepublik lebte. Nach derzeitigem Erkenntnisstand kannten sich die beiden nur flüchtig.

Zeitlich gesehen startet der erste Prozess vor dem Schwurgericht im neuen Jahr am 9. Januar. Auf der Anklagebank sitzt wegen versuchten Totschlags eine 53-jährige philippinische Staatsangehörige, die am 29. April 2017 gegen 22.20 Uhr in Gars am Inn in der gemeinsamen Wohnung mehrmals mit einem Hammer auf ihren im Bett schlafenden 56 Jahre alten Lebensgefährten eingeschlagen hatte. Der 56-Jährige wachte durch die Schläge auf und konnte zu einem Nachbarn flüchten, der den Rettungsdienst alarmierte. Das Opfer erlitt zwar erhebliche Wunden, kam aber glücklicherweise ohne lebensgefährliche Verletzungen davon. Die Täterin konnte widerstandslos festgenommen werden und legte schon in der ersten polizeilichen Vernehmung ein Geständnis ab. Die Hauptverhandlung ist auf nur einen Tag mit Beginn um 9 Uhr terminiert. kd

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