Rosenheim – Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Arbeitsagentur in Rosenheim, zeigt sich zufrieden, wenn sie den jüngsten Arbeitsmarktbericht in Händen hält. Die aktuelle Entwicklung bezeichnet sie als „üblich“ für den Januar, die Situation auf dem heimischen Stellenmarkt erfüllt sie keinesfalls mit Sorge.
Im Vergleich zum Dezember stieg die Beschäftigungslosigkeit in der Stadt im Januar zwar von 4,2 auf 4,7 Prozent, dennoch liegt die Quote deutlich unter der von Januar 2017. Damals betrug die Arbeitslosigkeit 5,4 Prozent. Ähnlich verlief die Entwicklung im Landkreis. Hier registriert die Agentur von Dezember 2017 zu Januar 2018 einen Anstieg der Quote von 2,3 auf 2,8 Prozent, dennoch liegt die Zahl der Arbeitslosen auch hier niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Damals pendelte sich die Arbeitslosigkeit bei 3,0 Prozent ein.
Die Region ist damit ein Spiegelbild des gesamten Agenturbezirks, zu dem neben der Stadt und dem Landkreis Rosenheim noch die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen gehören. Hier stieg die Quote im gleichen Zeitraum von 2,6 auf 3,0 Prozent. Dennoch ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich niedriger als im Januar 2017. Damals wies die Statistik eine Marke von 3,4 Prozent aus.
Wenn die Arbeitslosigkeit auch seit März 2017 erstmals wieder die Drei-Prozent-Marke erreicht hat, sieht Cujai die Entwicklung insgesamt sehr positiv. „Besonders erfreulich ist, dass bei allen Personengruppen im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen ist“, hebt die Agenturleiterin hervor. Beispielsweise konnte die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Agenturbezirk im Vergleich zum Januar 2017 um 200 Personen gesenkt werden, in der Gruppe der ausländischen Mitbürger ohne Job weist die Statistik im Vergleichszeitraum sogar ein Minus von 310 Personen aus.
Die Weiterqualifizierung von Jobsuchenden ist ein wesentliches Element, mit dem die Arbeitsagentur laut Cujai auch weiterhin arbeiten möchte, um Vermittlungserfolg bei der Besetzung von Stellen zu haben. Eine Maßnahme, die aus ihrer Sicht auch vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels erforderlich ist. „Die werden in erster Linie gesucht, sind aber in einigen Bereichen rar“, weiß die Agenturchefin.
Vor diesem Hintergrund weist sie auch darauf hin, wie wichtig es für junge Menschen ist, eine betriebliche Ausbildung abzuschließen und so die Grundlage für eine gute berufliche Zukunft zu legen. Aktuell sind bei der Arbeitsagentur 2260 Bewerber für eine Lehrstelle gemeldet, 130 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Nachfrage stehen 2660 offene Stellen gegenüber, 20 weniger als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Die meisten offenen Stellen gibt es in den Verkaufsberufen (510) und in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen (210).
Bereits jetzt weist Cujai auf die Woche der Ausbildung hin, die vom 26. Februar bis 2. März über die Bühne geht. „Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne werden wir mit Arbeitgebern, jungen Menschen und Lehrern über Ausbildungsmöglichkeiten sprechen und auch die Chancen und Vorzüge einer Berufsausbildung aufzeigen“, so die Agenturchefin an.