Kiefersfelden – Drei Männer, die der sogenannten „Stuhllehnentrick-Bande“ angehören, hat die Polizei am Wochenende in Kiefersfelden festgenommen. Die Bande ist seit Jahren bevorzugt an Tank- und Rastanlagen aktiv, die entlang der Autobahnen in Bayern und Österreich liegen.
Ins Visier der Ermittler waren laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim zwei Polen im Alter von 70 und 39 Jahren sowie ein 61-jähriger Algerier gerückt, die jetzt von Zivilfahndern festgenommen wurden. Alle drei sitzen jetzt in Untersuchungshaft, gegen die 61 und 39 Jahre alten Männer lagen bereits Haftbefehle der Staatsanwaltschaft Hof vor.
Die Masche der Trickdiebe war immer dieselbe. Sie setzten sich in den Restaurants oder Bistros an Tank- und Rastanlagen nahe zu anderen Gästen und legten ihre Jacken über die Lehnen von den Stühlen, die diese benutzten. Unbeobachtet ertasteten die Diebe dabei Geldbörsen in den Kleidungsstücken der Opfer, entnahmen meist nur das Bargeld und steckten die Geldbörsen zurück. Entdeckt wurde der Diebstahl von den Bestohlenen oft erst viel später. Der Beuteschaden, den die Diebe anrichteten, wird von der Polizei auf rund 100000 Euro beziffert.
Gerade an der Autobahnraststätte Kiefersfelden waren zuletzt einige solcher Fälle registriert worden. Kein Zufall war es deshalb, dass sich Zivilfahnder der Operativen Ergänzungsdienste (OED) Rosenheim am vergangenen Wochenende dort aufhielten. Prompt fielen ihnen am Samstag die drei Männer auf, die aufgrund der vorangegangenen langwierigen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei bereits in den Fokus der Fahnder gerückt waren.
Nach der Festnahme der Tatverdächtigen ergaben die bisherigen Ermittlungen der Kripo Rosenheim, dass die Männer alleine an der Rastanlage Inntal bei Kiefersfelden für annähernd zehn Diebstähle verantwortlich sein dürften. Die weitere Bearbeitung der Fälle übernimmt die Staatsanwaltschaft Hof. Ob die Männer noch für ähnlich gelagerte und derzeit ungeklärte Delikte in Bayern verantwortlich sind, wird geprüft. Zudem prüfen die Behörden in Österreich, ob sie auch hier in Erscheinung getreten sind.re