Rosenheim – Seine Opfer suchte der 48-jährige Angeklagte aus Baden-Württemberg willkürlich aus. Mit der Bahn reiste er ab Mitte Februar vergangenen Jahres mehrere Wochen lang quer durch Bayern. Stets auf der Suche nach guter Beute. Er habe im Zug nach dem Zufallsprinzip entschieden, wo er als Nächstes auf Einbrecher-Tour ging, sagte der 48-Jährige beim Prozess vor dem Münchner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bayernweit in 16 Geschäfte, Kneipen, Apotheken und Friseur-Salons eingebrochen zu sein. Bislang zeigte sich der Elektroinstallateur weitgehend geständig.
Auch in Rosenheim hat der Angeklagte offenbar zweimal zugeschlagen. In der Nacht zum 21. Februar des vergangenen Jahres soll er die Eingangstür einer Boutique mit zwei Schraubenziehern ausgehebelt haben. Laut Anklage stahl er dort 100 Euro.
Im zweiten Fall war ein türkischer Gemüse- und Obsthändler der Leidtragende. Dort soll der Angeklagte nachts in den Laden eingebrochen und im Geschäftsinneren 400 Euro erbeutet haben.
In der Folgezeit versuchte er sein Diebesglück in großen Städten wie München, Nürnberg und Passau. Jedoch nicht ausschließlich. Auch in kleineren Städten wie Mühldorf und Pfarrkirchen (Kreis Rottal-Inn) machte der Angeklagte Kasse. Allein in Grafing (Kreis Ebersberg) versuchte er, in neun Geschäften, darunter ein Blumenladen und ein Warenhaus, die Eingangstüre – meist erfolgreich – aufzubrechen.
4500 Euro Bargeld kamen auf seiner sechswöchigen Diebestour zusammen. Die fand dann Ende März des vergangenen Jahres ein jähes Ende. In Grafing nahm ihn die Polizei fest, seither sitzt der 48-Jährige in Untersuchungshaft. „Ich habe die Kohle gebraucht, um Schulden zurückzuzahlen“, rechtfertigte er sich vor Gericht seine Tat. Er sei zuletzt arbeitslos gewesen und habe sich nicht anders zu helfen gewusst. Ein Urteil steht noch aus.lit