Rohrdorf – Mit der Aktion wandte sich der Verein an Landwirte, bäuerliche Organisationen und Kommunen, die sich gezielt für den Bienenschutz einsetzen. „Bienen und Insekten sind unverzichtbare Bestäuber unserer Wild- und Kulturpflanzen. Ihre Lebensbedingungen erschweren sich zunehmend. Wir wollen Aktionen fördern, die dem Rückgang der Honig- und Wildbienen sowie anderer Bestäuber entgegenwirken“, so Vereinsvorsitzender Sebastian Friesinger über die Initiative. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden Projekte und deren Initiatoren gesucht, die sich dieser Entwicklung entgegenstemmen. Gemeinsam mit dem Landkreis Rosenheim, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, dem Tourismusverband Chiemsee-Alpenland sowie dem Bayerischen Bauernverband wählte der Verein die Gewinner des Wettbewerbs aus. Die jeweils drei besten Projekte in den Kommunen und der Landwirtschaft wurden prämiert.
In der Kategorie Kommunen siegten Eggstätt, Söchtenau und die Stadt Wasserburg. Die Gemeinde Eggstätt legt seit 2014 jährlich auf kommunalen Grundstücken Blumenwiesen an, um Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten einen Lebensraum zu bieten. In der Gemeinde Söchtenau wurden die „bienenfreundlichen Mäharbeiten“ ausgezeichnet. Der Grasschnitt wird dort einige Tage zum Aussamen liegengelassen. Die Gemeinde beschaffte sogar einen speziellen Mäher, der diese Vorgehensweise ermöglicht. Zudem wurden einige Blumenwiesen angelegt, deren Boden für die Bepflanzung besonders vorbereitet wurde. Auch mit der Eingrünung von Gewerbe- und Baugebieten, in denen zusätzlich Obstbäume gepflanzt wurden, wurde ein guter Lebensraum für die Bienen geschaffen. Ein Bienenvolk wurde sogar im Bauhof angesiedelt. Bereits seit Beginn der 80er- Jahre überlässt die Stadt Wasserburg dem örtlichen Bienenzuchtverein ein Grundstück. Der Verein betreibt dort bis heute in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Imker einen Lehrbienenstand. Jüngst wurde in Zusammenarbeit mit dem Wasserburger Gartenbauverein und einem Landwirt eine Streuobstwiese angelegt, die eine nachhaltige insektenfreundliche Bewirtschaftung erfährt und gemeinsam mit einem Imker zum Modellprojekt entwickelt wurde. Unter anderem legte die Stadt auch Hecken mit Feldgehölzen an und pflanzte Bäume an Straßen, unter denen sich insektenfreundliche Blühflächen befinden.
In der Kategorie Landwirtschaft stammen die Preisträger aus Au bei Bad Feilnbach und aus Vogtareuth. Landwirt Josef Stuffer aus Au nahm stellvertretend für den ganzen Ortsverband den Preis entgegen. Die Auer Bauern legen schon seit Jahren an Feldrändern Blühstreifen an. Das Projekt wird unter anderem auch von der Jagdgenossenschaft Au finanziell unterstützt. Der Ortsverband Vogtareuth hat sich vorbildlich des Projektes Blühstreifen angenommen und dabei unter anderem Unterstützung von der Jagdgenossenschaft Vogtareuth erhalten. Insgesamt schufen 15 Landwirte drei Hektar Blühstreifen.
„Wir hoffen, dass sich noch viele weitere Kommunen und Landwirte durch die Aktionen, Ideen und das Vorbild der Preisträger inspiriert fühlen. Der Verein RegRo wird seine Ausschreibung in jedem Fall laufend weiterführen, um in der Region die Bedingungen für diese wertvollen Tiere zu verbessern“, formulierte Sebastian Friesinger in seiner Laudatio seinen Wunsch nach einem weiteren Ausbau der Aktivitäten rund um den Bienen- und Insektenschutz.