grosseinsatz in Stephanskirchen

Bombenfund im Garten

von Redaktion

Eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am gestrigen Dienstag die Einsatzkräfte und Anwohner am Filzenweg in Stephanskirchen in Atem gehalten. Bis etwa 16.30 Uhr: Dann war der Sprengkörper entschärft.

Stephanskirchen – Sämtliche Zufahrtsmöglichkeiten zum Filzenweg in Stephanskirchen sind von Polizeifahrzeugen versperrt. Es wimmelt von Beamten in dunkelblauen Uniformen. Von Weitem ist die Sirene zu hören, Feuerwehrautos fahren mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung des Neubaus mit der Hausnummer 17. Ausnahmezustand. Der Grund: eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Am gestrigen Dienstag gegen 9.25 Uhr stoßen Bauarbeiter im Garten auf den rund 80 Zentimeter langen, 30 Zentimeter dicken und 250 Kilogramm schweren Metallkörper. Worum es sich dabei handelt, darüber sind sie sich schnell im Klaren – kurze Zeit später steht der gelbe Bagger still. Auf Anweisung des Sprengmeisters, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt. Der Experte veranlasst zudem die weiträumige Sperrung des gefährdeten Bereichs.

Ob das jetzt eine Fliegerbombe ist, will eine Passantin aus dem offenen Fenster ihres Autos heraus wissen. Völlig unaufgeregt, so, als ob sie auf diesen Fund bereits gewartet hätte. Warum, das erklärt sie auch gleich: „Der Opa hat immer gesagt, dass hier alles voller Bomben ist.“ Woher der Zeitzeuge seine Gewissheit genommen hat, das weiß ein weiterer Schaulustiger: „Da, bei Pulvermühle, wo heute die PIT-Bonbon-Fabrik steht, war früher eine Pulverfabrik.“ Ein taktisches Ziel der Amerikaner, das sie in diesem Fall offenbar um mehr als einen Kilometer verfehlt haben.

Diesem Umstand haben es laut Polizei gut 200 Menschen zu verdanken, dass sie den Nachmittag nicht in ihren Häusern, sondern entweder bei Freunden, Bekannten oder in der kurzfristig zur Notunterkunft umfunktionierten Stephanskirchener Mittelschule verbringen. „Da waren zu Spitzenzeiten zehn bis zwölf Leute“, erzählt Kreisbrandrat Richard Schrank. Größtenteils Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die transportieren Walter Huber, Gesamteinsatzleiter Rettungsdienst, und sein Team. „Das lief alles reibungslos. Nicht einer hat sich quergestellt“, sagt Huber.

Gegen 14.30 Uhr beginnt ein Teil der 41 Feuerwehr- und 56 im Einsatz befindlichen Rettungsdienstkräfte mit der Evakuierung aller Gebäude in einem 300-Meter-Radius um die Fundstelle: im Filzenweg, der Birkenriedstraße und dem Kapellenweg. Auch Teile der Westerndorfer Straße und des Wandlwegs sind betroffen. „Die Leute waren sehr verständnisvoll“, sagt der Kreisbrandrat. Und auch von Angst oder gar Panik keine Spur. „Da war nichts außer der Reihe. Es war fast schon langweilig“, sagt Schrank und lacht.

Ab 16 Uhr ist der Luftraum über der Fundstelle bis zu einer Höhe von 1000 Metern gesperrt – die Evakuierung ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Gegen 16.30 Uhr gibt es schließlich Entwarnung. Die Bombe ist entschärft.

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