Verabschiedung von Auerbräu-Geschäftsführer Ferdinand Steinacher

Ein „Wahnsinniger im positiven Sinn“

von Redaktion

Gelungene Premiere zum Abschluss seines mehr als drei Jahrzehnte währenden Wirkens für die Auerbräu-Brauerei Rosenheim. Geschäftsführer Ferdinand Steinacher zapfte bei seiner Verabschiedung im Gasthaus Hirzinger in Söllhuben erstmals offiziell ein Fass an. Über 200 Gäste überzeugten sich: fünf Schläge, keine Spritzer.

Söllhuben – Dass ein äußerst erfolgreicher Brauerei-Chef für sich eine neue Lebensperspektive entwickelt, davon zeugten nicht nur die vielen anerkennenden Worte, die Steinacher auf seinem Weg in den Ruhestand an diesem Abend mitgegeben wurden. Eine herzliche Umarmung, ein freundschaftlicher Händedruck und gelegentlich auch eine kleine Träne bei so manchem Wegbegleiter, der dem „Ferdi“ Servus sagte, waren weitere Gesten der Wertschätzung, über die er sich freuen durfte. Nicht zu vergessen ein gelungener Film, der unter Federführung von Andreas Maier, bei Auerbräu zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, eigens für die Abschiedsfeier produziert wurde.

Paulaner-Boss Andreas Steinfatt – Auerbräu ist Teil der Paulaner-Gruppe – , fasste dessen Quintessenz in seiner Laudatio zusammen. „Der Beitrag zeigt, welch hohen Stellenwert Du bei Auerbräu gehabt hast und wie sehr Du von den Mitarbeitern geschätzt wurdest.“ Da nickte Alexandra Schörghuber zustimmend, Eigentümerin der Schörghuber-Unternehmensgruppe, unter deren Dach sich das Firmengeflecht befindet. Sie war zusammen mit ihrem Mann Bernd Werndl gekommen und brachte auf diese Weise ihre Anerkennung für Steinachers hervorragende Arbeit zum Ausdruck. Steinfatt nannte ihn einen „Wahnsinnigen im positiven Sinne“, der stets konsequent seinen Weg gegangen sei. Steinachers Geschäftsführerkollege Thomas Frank attestierte ihm einen „intensiven und sehr emotionalen Einsatz“ für das Unternehmen. „Dass der Auerhahn heute so erfolgreich in die Zukunft blicken kann, das ist Dein Verdienst.“ Sein Nachfolger Tilo Ruttmann dankte dem ausgeschiedenen Geschäftsführer für die „reibungslose Übergabe“ und überreichte ihm einen Beitrag für die Reisekasse, der das Abschiedsgeschenk der Belegschaft darstellte.

Viel mehr Zeit für die Familie und das Reisen – Ziele die sich der zweifache Opa nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben gesetzt hat. Dass auch sie am Ende ihrer Amtszeit mehr Reiselust verspüren dürfte, das deutete die Rosenheimer Oberbürgermeistern Gabi Bauer in einer Videobotschaft in dem Film an, der den Gästen viele Stationen aus Steinachers Zeit bei Auerbräu nochmals in Erinnerung rief. Darin bekannte Bauer auch, dass sie kurzfristig mit einem individuellen technischen Problem zurechtkommen muss. „Es ist für mich unvorstellbar, dass Du beim Anzapfen auf dem Herbstfest nicht mehr meine Hand halten kannst.“ OVB-Verleger Oliver Döser und seine Frau Michaela, Bürgermeister Bernd Fessler (Großkarolinenfeld) – er spielte im Filmbeitrag ein Ständchen auf der Gitarre – und auch Landrat Wolfgang Berthaler gehörten unter anderem zur Phalanx derjenigen, die dem ehemaligen Brauerei-Geschäftsführer viel Freude im Ruhestand und vor allem Gesundheit wünschten. Der Landrat, der noch nicht entschieden hat, ob er bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal antritt, verknüpfte seine guten Wünsche an Steinacher mit einem konkreten Auftrag. „Berichte mir von Deinen Erfahrungen im Ruhestand. Dann schaue ich, ob ich mich für Verlängerung oder einen neuen Lebensabschnitt entscheide.“

Steinacher war sichtlich gerührt ob der vielen Gäste, die seiner Einladung gefolgt waren, und der zahlreichen herzlichen Worte, die an diesem Abend an seine Adresse gerichtet wurden. Sein freimütiges Bekenntnis:„Ich bin überwältigt und sprachlos.“ Die Bestellung von Tilo Ruttmann zu seinem Nachfolger erfülle ihn mit Stolz. Seine Bitte, auch ihm das Vertrauen entgegenzubringen, das er stets genossen habe, bettete er in ein Riesen-Kompliment für die Auerbräu-Mitarbeiter, „Die sind alle engagiert und haben das Herz am rechten Fleck.“

Bei einem gemeinsamen Essen bestand an den Tischen dann noch reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Hinterberger Musikanten und die Cubaboarischen. Fastenprediger Peter Kirmair führte durch das Programm.

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