Stellenanzeige der Bahn sorgt für Empörung

von Redaktion

Unternehmen entschuldigt sich

Bad Aibling – Es war eines der schwersten Zugunglücke in der Geschichte Deutschlands: Auf der Mangfalltalstrecke stießen am 9. Februar 2016 zwei Meridian-Züge bei Bad Aibling frontal zusammen. Zwölf Menschen starben, mehr als 80 wurden teils schwer verletzt. Wie gestern Abend bekannt wurde, hat die Deutsche Bahn vor zwei Wochen in einer Stellenanzeige auf eher flapsige Weise einen Fahrdienstleiter für Bad Aibling gesucht und damit breite Empörung ausgelöst. „Alle wollen nach Berlin – dabei sind die guten Jobs in Bad Aibling“ steht über einem Facebook-Post, der Quereinsteiger zu einer Bewerbung animieren soll. Wie berichtet, hatte das schwere Zugunglück damals ein mittlerweile rechtskräftig verurteilter Fahrdienstleiter verursacht, der ins Gefängnis musste.

Zahlreichen Facebook-Nutzern stieß der Bewerbungsaufruf der Deutschen Bahn sauer auf. „Unverschämt! Ehrlich, das ist echt unverschämt“, war noch eine der harmloseren Reaktionen im Netz.

Nur kurze Zeit nachdem der Post aufgetaucht war, reagierte das Unternehmen mit einer Stellungnahme. „Liebe Community, wir möchten uns in aller Form für diese misslungene automatisierte Werbung auf Facebook entschuldigen. Es war in keiner Weise unsere Absicht, die Gefühle von Betroffenen oder Angehörigen des Zugunglücks von Bad Aibling zu verletzten.“ Die Verbreitung habe man umgehend gestoppt. Schuld sei ein Algorithmus gewesen, der an zahlreichen Orten lokal über Facebook ausgespielt wurde. „Das hätte nicht passieren dürfen“, heißt es weiter in der Stellungnahme. „Wir werden den Prozess umgehend ändern, damit so etwas nicht mehr vorkommt.“ bhu

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