Kabelbrand in Versorgungsschacht

Starker Rauch und Stromausfall

von Redaktion

Kleine Ursache, große (Aus)Wirkung. Ein Brand in einem Kabelschacht in der Bahnhofstraße in Rosenheim hat am Mittwochvormittag zu starker Rauchentwicklung und Stromausfällen im Stadtgebiet geführt. Das Feuer brach offenbar während Reinigungsarbeiten in dem Schacht aus.

Rosenheim – Es war gegen 10.15 Uhr, als der Notruf bei der Integrierten Rettungsleitstelle und der Polizei einging. Die alarmierte Feuerwehr war wenig später mit einem Löschzug und rund 20 Einsatzkräften vor Ort und begann mit der Brandbekämpfung. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich um einen Kabelbrand. Der entstandene Sachschaden dürfte sich in Grenzen halten. „Wir gehen von etwa 20000 Euro aus“, sagte Pressesprecher Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd den OVB-Heimatzeitungen.

„Etwas Besonderes, aber keine außergewöhnliche Aktion“, beschreibt Stadtbrandinspektor Mario Zimmermann die Herausforderung für die Löschkräfte. Der betreffende Schacht befindet sich unterhalb einer Pizzeria. In ihm verlaufen laut Zimmermann Kabel, die zu einer Hauptleitung für die städtische Stromversorgung führen. Weil bei den Reinigungsarbeiten Waschbenzin zum Einsatz gekommen sei, sei laut Zimmermann die Isolierung eines Kabels in Brand geraten. Das sei auch die Ursache für die weithin sichtbare Rauchsäule gewesen. Für die Pizzeria und den benachbarten C&A-Modemarkt habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden. Auch Passanten seien nicht gefährdet gewesen, so Zimmermann.

Als die Feuerwehr eintraf, mussten die Löschkräfte mit dem Beginn der Brandbekämpfung so lange warten, bis der Strom abgestellt war. „Der war die größte Gefahr für unsere Leute“, so Zimmermann. Den Flammen rückten die Feuerwehrler mit Kohlendioxid zu Leibe, zur Abkühlung der im Schacht verlaufenden Kabel setzten sie zusätzlich Wasser ein. In den Schacht einsteigen konnten die Wehrmänner wegen des dichten Rauchs nur mit schwerem Atemschutz.

Durch Netzschaltungen war nach Angaben der Stadtwerke Rosenheim um 12.45 Uhr fast die komplette Stromversorgung wiederhergestellt. Nur an dem Geschäftsgebäude, in dem sich die Pizzeria befindet, sowie vier unmittelbar angrenzenden Gebäuden in der Bahnhofstraße gestalteten sich die Reparaturarbeiten etwas aufwendiger und dauerten bis circa 18 Uhr. Betroffen davon waren fünf Geschäfte und etwa 50 Wohneinheiten.

Aufgrund einer automatischen Abschaltung, die nach Ausbruch des Brandes erfolgte, wurden bis 10.45 Uhr westlich des Stadtzentrums die Münchener-, die Wittelsbacher- und die Aventinstraße vom Netz getrennt. Nördlich des Stadtzentrums waren bis 11.25 Uhr der Bereich In der Schmucken und die Weinlände vom Stromausfall betroffen. Erst gegen 12.45 Uhr waren schließlich die Auswirkungen der Störung in der Au-, der Sixt- und der Freiher-vom-Stein-Straße behoben.

Karsten Mevissen, stellvertretender Geschäftsführer der Stadtwerke, zog gegen 18Uhr eine erste Gesamtbilanz. „Im gesamten Stadtgebiet waren circa 950 Haushalte und 100 Geschäfte ohne Strom“, betonte er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

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