Geschickt und sicher mit der Motorsäge

von Redaktion

Ob Baumpflanzen oder -fällen: Beim Forstwettbewerb zeigten 48 Azubis der Landwirtschaft ihr Können

Rohrdorf – Ein lautes Kreischen von Motorsägen ist auf dem Betrieb Höhensteiger in Thalmann bei Rohrdorf zu hören. In Gruppen stehen junge Leute in orangefarbener Schutzkleidung um dicke Holzstücke herum. Die Holzspäne fliegen durch die Luft, als Maxi Hellthaler seine Motorsäge an einem Baumstamm ansetzt. Der Raublinger ist einer von insgesamt 48 Azubis im Beruf Landwirt, die beim Regionalentscheid des forstlichen Wettbewerbs mitmachen.

Der Wettkampf wird jährlich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim veranstaltet. Auch heuer findet er auf dem Betrieb von Georg Höhensteiger, dem Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung, statt.

Die Azubis werden von 18 Schiedsrichtern, AELF-Mitarbeiter im Bereich Forsten, bewertet. Bereits am Morgen haben die angehenden Landwirte einen Wissenstest absolviert. Themen wie Pflanzenkunde und Waldbau standen da auf dem Programm. Im praktischen Teil dürfen sie ihr Können mit Motorsäge und Co. beweisen.

Vier Stationen gilt es zu bewältigen. Neben der richtigen Baumpflanzung werden der Kombinations- und der Präzisionsschnitt geprüft sowie das Fallkerbbaumschneiden, also der Schnitt, mit dem ein Baum gefällt wird.

„Hier muss man sehr exakt sein“, erklärt Azubi Hellthaler. Die Kerbe solle ein Fünftel bis ein Drittel in den Stamm hineinreichen und ebenso tief wie hoch sein. Damit alles genau stimmt, misst der junge Landwirt mit einem Meterstab nach. „Man kann aber auch noch nachschneiden, wenn es noch nicht passt“, erklärt er. Immerhin soll der Baum später in eine genau vorherbestimmte Richtung fallen.

Zwar wird im Wettbewerb nur an einem Stück Baumstamm gearbeitet, der Warnruf „Vorsicht, Baum fällt“ darf trotzdem nicht fehlen. Für Azubi Hellthaler ist der Wettbewerb eine tolle Sache. „Klar, es geht ums Gewinnen, das ist schon ein Anreiz“, sagt er. Doch viel wichtiger sei es, dass man richtig was lerne dabei.

Einer, der ganz genau hinschaut, ist Tobias Büchner vom Bereich Forsten im AELF. Er bewertet, wie sich die Azubis beim Kombinationsschnitt schlagen. „Sie müssen von unten und von oben schneiden, die Schnitte müssen sich in der Mitte treffen“, erklärt er. Da müsse man schon sehr genau arbeiten. 50 Punkte gibt es an seiner Station. Sein Fazit: „Die Azubis sind gut vorbereitet, haben sicher auch daheim geübt und zeigen ein hohes Niveau.“

„Der Hauptgrund, dass wir diesen Wettbewerb machen, ist die Motivation“, erklärt Karl Huber, Bildungsberater beim AELF. Denn die jungen Leute seien mit großer Begeisterung bei der Sache. Mindestens genauso wichtig sei es aber, das Thema „Arbeitssicherheit“ zu vermitteln. Denn gerade bei der Waldarbeit passierten häufig schlimme Unfälle. Deswegen sollen die Azubis mit dem gefährlichen Gerät Motorsäge vertraut umgehen lernen. Auch die Schutzausrüstung, bestehend unter anderem aus Schnittschutzhose und Helm mit Gesichtsschutz, sollen selbstverständlich sein.

Huber ist außerdem überzeugt: „Trotz aller Technisierung wird das Handwerk immer gefragt bleiben.“ Das sieht auch Marius Benner, der Bereichsleiter Forsten beim AELF, so. „Es ist wichtig, dass die Auszubildenden der Landwirtschaft auch über den Wald Bescheid wissen.“ Immerhin befände sich viel Wald in bäuerlichem Besitz. Zum Beispiel in Hinblick auf den Borkenkäfer müssten da auch die praktischen Fertigkeiten sitzen. „Bei einem Befall kann man gar nicht so schnell Maschinen bekommen, wie die Bäume raus müssen“, betont er. Da müsse der Landwirt dann selber die Motorsäge in die Hand nehmen.

Auf die Gewinner warten dann bei der Siegerehrung nicht nur Geschenke der Sponsoren der Waldbesitzervereinigung und Landtechnik-Firmen. Die besten Absolventen dürfen sich auch beim Landesentscheid beweisen. Ihre Urkunden bekommen die Teilnehmer von Landwirtschaftsdirektor Georg Baumgartner vom AELF in einer kleinen Feierstunde im Gasthaus „Zur Post“ in Rohrdorf überreicht.

Die besten Absolventen, 1.Platz: Manuel Andreas Rupp, Riedering, Ausbildungsbetrieb Anton Maier, Prutting; 2. Platz: Stefan Meier, Kirchdorf, Ausbildungsbetrieb Josef Landstorfer, Soyen;
3. Platz: Jakob-Kilian Trenkler, Tuntenhausen, Ausbildungsbetrieb Maximilian Schlarb, Kolbermoor.

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