Kurzurlaub ohne Gepäck?

von Redaktion

Bundespolizei stoppt mutmaßliches Schleuserpärchen

Kiefersfelden – Die Bundespolizei hat in der Nacht zum Montag auf der A93 bei Kiefersfelden ein Pärchen festgenommen. Der türkische Staatsangehörige und die Deutsche werden beschuldigt, zwei Männer illegal über die Grenze gebracht zu haben. Nach ihrer Festnahme verwickelten sich die mutmaßlichen Schleuser in Widersprüche.

In dem Wagen konnten sich lediglich der Türke am Steuer und seine deutsche Beifahrerin ordnungsgemäß ausweisen. Die beiden Mitfahrer im Fond hatten keine Papiere dabei. Nach ersten Erkenntnissen stammen die 20 und 35 Jahre alten Männer aus der Türkei. Ihr 24-jähriger Fahrer erzählte den Beamten von einem zufälligen Treffen an einer Tankstelle. Auf dem Rückweg von einem Kurzurlaub in Mailand habe er getankt und seine Landsleute mitgenommen. Warum das Pärchen ohne Gepäck verreist war, konnte niemand plausibel erklären. Die Bundespolizei geht von einer organisierten Schleusungsfahrt aus.

Über das Wochenende verteilt hat die Bundespolizei zudem sechs Personen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung auf der Inntalautobahn festgenommen. Immer wieder entdecken die Beamten auf der A93, dem Ausläufer der sogenannten Brenner-Route, Ausländer, die versuchen, sich mit falschen Papieren die Einreise zu erschwindeln. Alleine im ersten Quartal 2018 hat die Rosenheimer Bundespolizei rund 50 Urkundendelikte angezeigt.

Die am Wochenende entlarvten sechs mutmaßlichen Urkundenfälscher stammen aus Serbien, Albanien, Marokko und dem Iran. Einer der Serben war in einem in Belgien zugelassenen Reisebus unterwegs. Er hatte den Kontrollbeamten einen falschen tschechischen Ausweis gezeigt. Außerdem verfügte er über eine schweizerische Identitätskarte, die europaweit als gestohlen gemeldet war. Im Reisegepäck hatte der 26-Jährige einen Schlagring, einen Teleskopschlagstock und einen Feuerwerkskörper. Er wurde wegen Urkundenfälschung, versuchter unerlaubter Einreise, Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie wegen Diebstahls angezeigt.

Der andere Serbe (43) wies sich mit kroatischen Papieren aus: Pass, Ausweis und Führerschein – alle gefälscht. Er kam ins Gefängnis, ebenso wie ein Iraner. Der 22-Jährige versuchte, sich in einem italienischen Fernreisebus mit einem gefälschten rumänischen Ausweis die Einreise zu erschwindeln. Ein weiterer Iraner (32) wurde in einem deutschen Reisebus auf Höhe Kiefersfelden festgenommen. Er wollte die Beamten mit einem griechischen Ausweis täuschen.

Ein Albaner (21) wies sich als Beifahrer in einem in Österreich zugelassenen Wagen unter anderem mit einem gefälschten albanischen Führerschein aus, ein Marokkaner, der am Steuer eines deutschen Mietwagens saß, zeigte bei der Kontrolle die Fälschung eines slowakischen Führerscheins vor.