Rosenheim – Erst Anfang April hat die Polizei in Rosenheim ein weiteres illegales Straßenrennen beendet (wir berichteten), nun wurde erneut ein getunter BMW aus dem Verkehr gezogen. Das Gutachten eines Sachverständigen ergab „schwere verkehrsgefährdende Mängel“. Ein Kochtopf war Bestandteil der gesamten Radaufhängung.
Die Inspektion Rosenheim hatte gegen 23.30 Uhr einen getunten BMW an einer Tankstelle in der Äußeren Münchener Straße kontrolliert. Dabei stellten die Beamten diverse nicht eingetragene Veränderungen am Fahrzeug fest. Zudem wurde offenbar das Fahrwerk umgebaut.
Nachdem der BMW sichergestellt und und abgeschleppt wurde, gaben die Ermittler ein Gutachten in Auftrag. Der Sachverständige staunte nicht schlecht, als er am Fahrwerk den verbauten Kochtopf zur Stabilisierung der Feder feststellte. Zudem stellte er weitere gravierende Mängel an der Karosserie fest.
Der Pkw wurde sofort aus dem Verkehr gezogen. Neben den Kosten fürs Abschleppen und das Gutachten erwartet den 21-jährigen Fahrer aus Stephanskirchen eine Anzeige, die mit mehreren hundert Euro Bußgeld sowie einem Punkt geahndet wird.
Gezielte Maßnahmen werden fortgesetzt
Polizeioberrat Volker Klarner, Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, sprach von einem „erfolgreichen Schlag gegen die Auto-Poser-Szene“. Er betonte dabei, dass die Polizei mit ihren gezielten Maßnahmen keinen Generalverdacht gegen Autotuner erheben wolle, jedoch bei auffälligen Personengruppen konsequent alle rechtlichen Mittel ausschöpfe: „Damit unsere Straßen sicher sind und auch sicher bleiben, werden die Kontrollmaßnahmen mit zivilen sowie uniformierten Kräften verstärkt fortgesetzt.“ Bei illegalen Autorennen sowie verkehrsgefährdenden Umbauten an Fahrzeugen gebe es „null Toleranz“, so Klarner.
Wie berichtet, ist ein 24-jähriger Kolbermoorer, der im Zusammenhang mit dem Unfalltod von zwei jungen Frauen vom Samerberg im November 2016 als Angeklagter vor Gericht steht, am 4. April als Beteiligter eines Autorennens in Rosenheim gestoppt worden. Er musste seinen Führerschein abgeben, sein BMW wurde beschlagnahmt.
Viel ruhiger ging es dagegen am Sonntag auf einem Parkplatz an der Georg-Aicher-Straße an der Stadtgrenze zwischen Rosenheim und Kolbermoor zu, wo ein angemeldetes Tuningtreffen stattfand. Zahlreiche Tuningfans aus der Region kamen dabei laut Polizei auf ihre Kosten und durften Fahrzeuge aller Marken bestaunen. Auch dort wurden im Umkreis mehrere Kontrollen sowie Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Lediglich ein Wagen musste beanstandet werden, weil die Betriebserlaubnis aufgrund einer fehlerhaften Radkombination erloschen war. So habe sich gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Tuner auf die ordnungsgemäße Eintragung ihrer Fahrzeuge achte, so das Fazit der Polizeibeamten. re/ls