„Waldbrand“ am Samerberg

von Redaktion

Spektakuläre Großübung der Einsatzkräfte mit mehreren Hubschraubern bei Roßholzen

Samerberg – Das charakteristische Knattern von Rotorblättern erfüllt die Luft. Gleich mehrere Helikopter kreisen über dem Gebiet rund um den Samerberg. Plötzlich prasseln Wassermassen auf den Boden nieder. Kurios, denn mit Ausnahme einiger kleinerer Wolken herrscht strahlender Sonnenschein.

„Schuld“ an den außerplanmäßigen Niederschlägen gestern Vormittag am Samerberg war eine Großübung der Einsatzkräfte, um für das Szenario eines Waldbrandes in den Bergen gewappnet zu sein. Dass dies immer ein Thema ist, hatte sich erst in der Nacht davor gezeigt: Am Montagabend gegen 20.15 stellten mehrere Personen Rauch unterhalb des Gipfels des Riesenkopfes fest. Der aufsteigende Rauch war nach Angaben der Polizeiinspektion Brannenburg bis ins Inntal sichtbar.

Die Feuerwehren Flintsbach und Fischbach sowie die Bergwacht Brannenburg wurden informiert. Sie trafen sich sofort zur Einsatzbesprechung in Flintsbach, indessen flog ein Polizeihubschrauber über den Riesenkopf. Die Besatzung stellte dabei einen brennenden Baum fest. Offensichtlich hatte bei einem Gewitter, das etwa gegen 19.30 Uhr über den Riesenkopf und Brannenburg hinwegzog, ein Blitz in den Baum eingeschlagen. Andere Bäume oder Sträucher wurden durch das Feuer glücklicherweise nicht in Brand gesetzt.

„Um einen Waldbrand möglichst effektiv und schnell bekämpfen zu können, sind in Bayern sogenannte Flughelferstandorte eingerichtet worden“, sagt bei der großen Flughelferübung am Samerberg der Organisator der Truppe des Landkreises, Kreisbrandinspektor Hans Huber. Auch Einsatzkräfte aus dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind in Roßholzen-Schilding dabei, ebenso wie mehrere Hubschrauber der Landes- und Bundespolizei. Am Nachmittag kommt dann ein weiterer Helikopter aus Tirol dazu.

Kreisbrandinspektor Huber zieht schon vor dem gemeinsamen Mittagessen im Roßholzener Feuerwehrhaus eine positive Zwischenbilanz. Die Übungsmaßnahmen – Lastenfliegen, Löschwasserbekämpfung, Versorgung mit Gerät aus der Luft und Transport von Personal – sind nach Plan abgelaufen.

Die Wasserversorgung der Löschbehälter erfolgt aus Tanklöschfahrzeugen. Huber unterstreicht, dass die Helfer eine spezielle Ausbildung in der Feuerwehrschule in Würzburg erhalten. Bayern, so der Kreisbrandinspektor, sei das einzige Bundesland in Deutschland, das Flughelferstandorte in der Waldbrandbekämpfung eingerichtet habe und regelmäßig Übungen abhalte.

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