„Dann machen wir es weiterhin selber“

von Redaktion

Neuer CSU-Generalsekretär Markus Blume zu Gast in Bad Aibling – Seitenhiebe auf FDP und SPD

Bad Aibling – Wahlwerbung, humorigen Sprüche und deftige Seitenhiebe lieferte der neue CSU-Generalsekretär Markus Blume am Dienstagabend bei seinem ersten Besuch im Landkreis Rosenheim. Blume war der Einladung des CSU-Ortsverbands Bad Aibling in die Campus Bar des B&O Parkhotels in Mietraching gefolgt. Zur Begeisterung von etwa 50 interessierten Zuhörern und den beiden Landtagsabgeordneten Otto Lederer und Klaus Stöttner.

Wie es sich für einen Fachmann seiner Art gehört, begann Blume seinen Vortrag mit einem lockeren Spruch. Als Konsequenz eines schweren Unfalls zwischen Weyarn und Irschenberg und dem damit verbundenen Stau auf der Autobahn München-Salzburg habe sich die Wegfindung schwierig gestaltet. „Wir sind über Dörfer gefahren, von deren Existenz wir bislang gar nicht wussten“, scherzte der neue Generalsekretär und erntete nicht wenige Lacher aus dem Publikum. Endgültig verfallen war ihm ein Großteil der Zuhörerschaft, als er die Schönheit der Region hervorhob: „Es gibt Veranstaltungen an Orten, von denen man sagt: Das Beste ist die Autobahn nach München“, so Blume. „Hier ist das Beste die Autobahn von München.“ Die Grundlage für ernstere Themen war geschaffen.

USA, China und Frankreich zuerst

Es geht uns gut, stellte Blume fest. Allerdings habe die Bundestagswahl gezeigt, dass das nicht für alle gilt. Deshalb sei die Zeit der Selbstbeschäftigung nun vorbei. Die Kräfteverhältnisse in der Welt würden sich verschieben: Trump mache „America first“, das Gleiche gelte für China. Und Frankreichs Präsident Macron sage zwar Europa zuerst, meine aber oft Frankreich zuerst. „Unsere Interessen müssen zum Tragen kommen“, forderte Blume. Die ideale Aufstellung – inhaltlich wie personell – habe die CSU nach der Bundestagswahl geschaffen.

Den ersten Seitenhieb des Abends mussten FDP-Chef Christian Lindner und seine Partei einstecken: „Ihm war sein eigenes Image wichtiger, als die Interessen des Landes“, sagte Blume. „So jemanden brauchen wir bei der Landtagswahl gleich dreimal nicht.“ Und schon ging es der SPD an den Kragen: „Ich verstehe nicht, wie es die SPD schafft, so an den Interessen der Bürger vorbei zu regieren“, sagte der Generalsekretär mit Blick auf die Haltung der Sozialdemokraten zum Familiennachzug.

Die CSU habe den Anspruch, die Erfolgsgeschichte Bayern fortzuschreiben. „Immer wenn es besonders gut läuft, legt die CSU noch eine Schippe drauf.“ Als Beispiele nannte Blume die Grenzpolizei, das Bayern-BAMF und das bayerische Familiengeld. Und auch die Zukunftsthemen wie Digitalisierung müssten angegangen werden. Der Fortschritt sei rasant. „In zehn Jahren kann das Teil in Ihrer Hose – ich meine das Telefon – schon 1000-mal so viel wie heute.“ Gelächter. In Sachen Mobilfunk dürfe man nicht kleckern, sondern müsse klotzen. Entsprechend habe Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung den Bau 1000 neuer Mobilfunkmasten veranlasst. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass 500 davon zu euch kommen“, scherzte Blume. „Ihr habt es nötig.“

Nötig hatten einige der Anwesenden auch Antworten auf Fragen, die ihnen schon länger auf der Seele brennen. Ob die Nachrichtendienste die Flüchtlingskrise nicht hätten vorhersehen können, wollte einer wissen. „Die Welt ist im Jahr 2018 eine andere als noch 1995“, antwortete Blume. Die Welt sei in Unordnung, es gebe Akteure, die Konflikte nicht mehr lösen können. Krise sei heutzutage immer international. „Wenn irgendwo Krise ist, dann findet sie den Weg zu uns.“ Auch deswegen sei im Koalitionsvertrag verankert, dass für jeden Euro, der in die Bundeswehr fließt, ein Euro an die Entwicklungshilfe gehe. Stichwort Fluchtursachenbekämpfung.

Ein anderer Zuhörer bat Blume um seine Einschätzung zur Lage der SPD. Der Generalsekretär zeigte sich von den Sozialdemokraten enttäuscht: „Mit wem sollen wir noch debattieren?“, fragte er. Schließlich lägen derzeit drei Parteien bei rund 13 Prozent. Letztlich beurteilte Blume die Lage der potenziellen CSU-Koalitionspartner dann doch recht pragmatisch: „Dann machen wir es eben auch weiterhin selber.“

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