Liftbetreiber ziehen positive Saisonbilanz

Lange und „überdurchschnittlich gut“

von Redaktion

„Überdurchschnittlich gut und relativ lange.“ So lautet das Fazit der heimischen Liftbetreiber über die vergangene Wintersaison. Jetzt haben sie bereits Neuerungen für die kommende Skisaison im Blick.

Rosenheim – Mit Spannung war im Vorjahr der Start von Deutschlands modernster Sesselbahn erwartet worden, der Achter-Sesselbahn am Sudelfeldkopf (wir berichteten). Seit Ende November bringt die Hochgeschwindigkeitsanlage in der Stunde bis zu 3500 Personen auf den Berg. Wo vormals teils steile Schlepplifte die Skifahrer und Snowboarder hochzogen, schweben diese jetzt in weniger als vier Minuten auf den 1438 Meter hohen Gipfel – bei Bedarf mit Sitzheizung und Wetterschutzhaube gegen Wind oder Schneefall.

Einige extreme

Sturmtage

Dementsprechend groß ist die Freude bei Egid Stadler, Sprecher der Vereinigten Liftbetriebe am Sudelfeld, wenn er über die vergangene Saison spricht. „Es waren überdurchschnittliche Monate“, fasst er zusammen. Sowohl die Erwartungen bei den Betriebstagen, als auch den gekauften Tickets seien übererfüllt worden. Die Sudelfeldkopfbahn haben die Wintersportler in ihrer ersten Saison ihm zufolge besonders gut angenommen. Einziger Wermutstropfen waren ein paar extreme Sturmtage, an denen nicht alle Sesselbahnen uneingeschränkt fuhren. „Ausgerechnet in den Ferien war das Wetter leider nicht immer ideal“, so der Bayrischzeller.

Die Modernisierung am Sudelfeld ist mit der Inbetriebnahme der Achter-Sesselbahn jedoch noch nicht abgeschlossen.

Als „sehr gut“ bezeichnet Wolfgang Helldobler, Leiter des Tourismusverbunds Bergen-Siegsdorf und Marketingleiter der Hochfelln-Seilbahnen, die vergangene Saison. Von Mitte Dezember bis Anfang April habe man Skibetrieb anbieten können. „Auch in diesem Jahr lobten die Skifahrer und Snowboarder die perfekt präparierten Pisten“, ergänzt er. Bestens bewährt habe sich zudem der Zusammenschluss mit den „Fünf Berge und Co“-Partnern (Wendelstein, Kampenwand, Hocheck, Kössen). Dank dieser Kooperation sei es gelungen, auch unter der Woche Skibetrieb anzubieten.

Zum „Renner“ hat sich laut Helldobler die Aktion „Mitfahrt in der Pistenraupe“ entwickelt. Rund 50 Personen haben das Angebot, Beifahrer in einer solchen Raupe bei der Pistenpräparation zu sein, in Anspruch genommen. „Im Moment wird die Gaststätte an der Mittelstation umgebaut und im Sommer wieder in Betrieb gehen“, gibt er einen Ausblick auf die bevorstehenden Wandermonate.

„Nach insgesamt 67 Betriebstagen verabschiedete sich die Saison auf der Kampenwand bei traumhaftem Wetter“, heißt es aus Aschau. Die Skifahrerherzen freuten sich nach Angaben der Verantwortlichen heuer über ausgezeichnete Schneebedingungen, die mittlerweile nicht mehr selbstverständlich seien. „Dieses Mal meinte es Petrus allerdings sehr gut mit den Pisten der heimischen Alpen und ganz besonders mit unserem familienfreundlichen Skigebiet“, lautet das Fazit der Betreiber.

Fast genauso viele Betriebstage verzeichneten die Wendelsteinbahnen. Laut Geschäftsführer Florian Vogt war der Skibetrieb am 1838 Meter hohen Aussichtsberg an 62 Tagen möglich, was ebenfalls überdurchschnittlich viel ist. „Allerdings war die Talabfahrt nach Osterhofen auf der sonnigeren Südwestseite aufgrund Schneemangels nur an vier Tagen geöffnet“, so Vogt. Reichlich Schnee habe es aber auf der Ostseite Richtung Inntal gegeben. Die schwarz markierte Abfahrt zur Mitteralm war an 45 Tagen präpariert „Absoluter Spitzenwert“, so der Bergbahn-Chef. Nur das oft neblig-trübe und stürmische Wetter habe letztendlich dazu geführt, dass nicht alle Rekorde gebrochen wurden.

Von großem Nutzen erweist sich inzwischen laut Vogt die um vier Meter verbreiterte Bergterrasse. Rund 600000 Euro hatten die Wendelsteinbahnen im vergangenen Jahr investiert, um körperlich eingeschränkten Gästen einen größeren Bewegungsradius an der Bergstation zu verschaffen und problematische Engstellen zu beseitigen. Auch das Angebot für Familien wurde verbessert. Zur Sommersaison folgen Relax-Liegen in Bergdohlenform. „Das Geländer entlang der Bergterrasse erhält noch einen Windschutz aus speziellem Vogelschutzglas“, ergänzt Vogt. Ende Mai wird der 300. Geburtstag des ältesten Gebäudes am Wendelstein, der Wendelinkapelle am Gipfel, mit einem Gottesdienst gefeiert.

In den Monaten Dezember, Februar und März sei das Hocheck gut besucht gewesen, so Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck-Bergbahnen in Oberaudorf, im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. „Lediglich der Januar war etwas schwächer, da im Raum Rosenheim kein Schnee lag und damit keine ausgeprägte Winterstimmung herrschte“, ergänzt er. Auffällig ist ihm zufolge, dass immer mehr Kinder, Jugendliche und Familien nach Oberaudorf zum Schlittenfahren kommen. Die beleuchtete Winterrodelbahn samt Rodelverleih sei eben ein Alleinstellungsmerkmal. „Verstärkt verzeichnen wir auch eine Anreise der Gäste mit der Bahn, da man zu Fuß vom Bahnhof in rund zehn Minuten bei uns an der Talstation ist“, so der Bergbahn-Chef.

Verstärkte Nachfrage

von Schulen

Auch der Flutlichtbetrieb erfreue sich großer Beliebtheit. Man habe außerdem eine verstärkte Nachfrage von Schulen im Rahmen von Klassenausflügen für Skifahrer und Rodler registriert. „Zu Ostern haben wir bereits auf den Sommerbetrieb umgestellt“, sagt Rechenauer. Demnächst wird es zudem eine große Kneippanlage mit Wellnessliegen direkt neben der Bergstation geben, Ende Juli öffnet Deutschlands höchste Freefall-Trockenrutschbahn in Oberaudorf.

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