Rosenheim/Landkreis – „Der Arbeitsmarkt in unserem Agenturbezirk zeigt sich weiterhin von seiner sonnigen Seite, Eintrübungen sind nicht erkennbar“, sagte Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten. Der Frühjahrsaufschwung, der schon im März eingesetzt hatte, habe noch an Schwung zugelegt.
Gegenüber dem Vormonat beträgt der Rückgang fast elf Prozent oder knapp 900 Arbeitslose. Auch die Veränderung zum Vorjahr fällt deutlich aus, und zwar minus 8,4 Prozent oder 670 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote sank von 2,8 (März) auf 2,5 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent).
Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent (Vormonat 4,4 und Vorjahr 4,6 Prozent). Derzeit sind 1407 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 107 auf 613. Für 794 arbeitslose SGB II-Kunden, zwölf mehr als im März, ist das Jobcenter Rosenheim-Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2416 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1881 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Der Landkreis Rosenheim hat eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent (Vormonat 2,5 und Vorjahr 2,5 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen für den Landkreis liegt bei 3103. 1820 Männer und Frauen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 371 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Landkreis-Jobcenter um 1283 arbeitslose SGB II-Kunden – 59 weniger als im März. Insgesamt betreut das Jobcenter 3533 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in 2814 sogenannten Bedarfsgemeinschaften.
Im gesamten Agenturbezirk, zu dem auch die Kreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen gehören, haben sich von Mitte März bis Mitte April 3380 Personen bei der Agentur und den Jobcentern abgemeldet, die Zahl der neuen oder erneuten Meldungen blieb mit 2500 deutlich hinter den Abmeldungen zurück. So ergab sich ein Rückgang bei der Arbeitslosenzahl auf 7290.
Zur Monatsmitte (Zähltag war der 11. April) waren 700 arbeitslose junge Menschen in der Altersgruppe bis unter 25 Jahren gemeldet – deutlich weniger als im Vormonat (minus 190) und vor einem Jahr (minus 130). Auch bei den älteren Arbeitslosen (1880 Betroffene mit 55 Jahren und älter) ist die Entwicklung positiv: minus 155 zum Vormonat und minus 15 zum Vorjahr.
Die Langzeitarbeitslosigkeit wurde in den letzten Wochen von der Politik stark in den Fokus gerückt. Dr. Cujai dazu: „Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht erst seit gestern ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Mit dem guten Arbeits-markt ist auch eine Verbesserung bei der Langzeitarbeitslosigkeit eingetreten.“ Waren 2014 im Jahresschnitt noch 2030 Personen davon betroffen, ging deren Zahl bis 2017 auf jahresdurchschnittlich 1630 zurück. Aktuell sind 1490 Männer und Frauen seit einem Jahr und länger ohne Arbeit.
Deutlich sieht man, wo nach den Osterfeiertagen Arbeitslosigkeit ab- und Beschäftigung aufgebaut wurde. Deutlich zugelegt haben alle Außenberufe bei Gartenbau- und Forstbetrieben, im gesamten Baugewerbe und bei Transportunternehmen, die im weiteren Sinne für den Bausektor tätig sind. Der Bereich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie hat erst einen Teil der Mitarbeiter wie-der eingestellt.
Aktuell suchen noch 1480 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle. Dem gegenüber wurden etwa 3180 Ausbildungsplätze gemeldet, von denen 1760 noch zu beset-zen sind. Cujai: „Die Situation ist gut, und die Jugendlichen haben beste Chancen, eine betriebliche Lehrstelle zu bekommen“ (siehe Kasten).