Rosenheim – Sie war die erste Oberstaatsanwältin und die erste Amtsgerichtsdirektorin in ganz Bayern – jetzt, nach 41 Jahren in Diensten der bayerischen Justiz scheidet Helga Gold in den verdienten Ruhestand. Entsprechend hochkarätig fiel die Gästeliste bei ihrer Amtsübergabe im Stucksaal des Ballhauses aus.
Man traute seinen Augen kaum: Alles, was in Rosenheim Rang und Namen hat in Justiz, Politik, Kirche, Polizei, Schulen und Verwaltung war an diesem Tag erschienen. Nicht zu vergessen eine Vielzahl von „Gricht´lern“, wie Gold ihre Mitarbeiter bei Gericht in ihrer Gesamtheit nannte. Zu den Ehrengästen, die Dr. Rupert Stadler, Präsident des Landgerichtes, in seinem Grußwort abzuarbeiten hatte, zählte auch Peter Küspert. Der Präsident des bayerischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberlandesgerichts hielt die Laudatio.
Er erinnerte daran, dass Gold zunächst „der Liebe wegen“ nach Rosenheim gekommen war und ihren Rosenheimer schließlich auch heiratete. Ihre Dienstjahre hatte sie als Staatsanwältin und Richterin verbracht. Als das Rosenheimer Amtsgericht durch die Grenzöffnung 2014/15 besonders belastet gewesen war, habe Gold das mit ihren „Gricht´lern“ meisterhaft bewältigt. Auch der erste Teilneubau des in Planung befindlichen Justizzentrums sei unter ihrer Ägide und entgegen allen Unkenrufen und skeptischen Einreden Wirklichkeit geworden.
Den neuen Direktor begrüßte der Präsident in der Überzeugung, dass dieser die Arbeit am Amtsgericht Rosenheim erfolgreich fortführen werde. Das würden dessen bisherige Erfolge beim Amtsgericht Mühldorf, bei der Staatsanwaltschaft Passau und sogar beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe belegen. Gold selbst bedankte sich zunächst für die Aufwartung zu diesem Anlass und ließ ihre 13 Jahre als Direktorin in einer Präsentation Revue passieren.
Nachfolger Ralf Peter gestand, dass er noch einmal eine lohnende Herausforderung gesucht und auch gefunden habe. Als konkrete Aufgabe bezeichnete er die Weiterentwicklung des geplanten Justizzentrums. In diesem Zusammenhang beklagte er, dass möglicherweise zwei Käferarten das Voranschreiten der Planungen behindern könnten.
Für den musikalischen Rahmen sorgte im Ballhaus ein Musikanten-Trio aus dem kollegialen Umfeld des Rosenheimer Amtsgerichtes. Mit ihrem Stück „Amtsgericht“ zur Filmmusik des „Königlich bairisches Amtsgericht“ entlockten sie den Zuhörern das ein oder andere Schmunzeln. au