„Man muss das große Ganze sehen“

von Redaktion

SPD-Pressegespräch zum Brenner-Nordzulauf

Rosenheim – Die ersten Grobtrassen-Entwürfe für den Brenner-Nordzulauf liegen auf dem Tisch. Dennoch ist die Verwirklichung des Projekts für die SPD-Kreisvorsitzende Alexandra Burgmaier und die Europaabgeordnete Maria Noichl (SPD) noch nicht festgeschrieben. „Das ist keine Naturkatastrophe, die sich nicht aufhalten lässt“, betonten sie gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Rosenheim.

Grundsätzlich befürworten beide die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Dafür sei ein grenzüberschreitendes Verkehrskonzept nötig, das die Belastungen für die Bevölkerung reduziert. Aber: „Die Güter werden zunehmend von der Schiene auf die Straße zurückverlagert“, ärgert sich Burgmaier. Sie sprach sich dafür aus, den Transport von nicht verderblichen Gütern auf der Schiene politisch zu erzwingen.

In Sachen „Brenner-Nordzulauf“ fehlt den beiden SPD-Damen nach wie vor eine belastbare Verkehrsprognose. Außerdem müsse man bei einer derart komplexen Angelegenheit die Zukunft im Blick haben. „Durch technische Innovationen wie die Elektromobilität und autonomes Fahren kann der Straßenverkehr in 20 Jahren schon ganz anders aussehen als heute“, betonte Burgmaier.

Nur wenn sich fundiert nachweisen lasse, dass die Bestandsstrecke nicht ausreiche und dass sich eine deutliche Entlastung auf den Straßen erzielen lasse, könne eine neue Trasse ins Auge gefasst werden. „Man darf bei diesem Projekt nicht nur einen kleinen Teilabschnitt betrachten. Man muss das große Ganze sehen“, betonte Noichl. Auch in Sachen Streckenführung in Italien: „Was helfen bei uns vier, wenn es in Italien nur mit zwei technisch veralteten Gleisen weitergeht“, sagte sie.

Maximaler Schutz

von Natur und Mensch

Bei einer Realisierung fordern Burgmaier und Noichl maximalen Schutz von Natur und Mensch. Einen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehr lehnt Burgmaier auf dieser Strecke generell ab: „Das würde einen viel zu hohen Flächenverbrauch und eine viele zu hohe Lärmbelastung fordern.“

Beim weiteren Planungsprozess hoffen Burgmaier und Noichl auf eine „echte Bürgerbeteiligung“, bei der insbesondere die Bürgerinitiativen mit einbezogen werden sollten. wu