Rosenheim – Das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Rosenheim mit seiner Außenstelle Wasserburg hat einen neuen Leiter. Falk Brem wurde am gestrigen Montag in der Aula des Rosenheimer Landwirtschaftsamtes offiziell in sein Amt eingeführt.
17 Jahre lang hatte Wilhelm Weindl dieses Amt inne. Im vergangenen September verstarb er nach langer, schwerer Krankheit. Seit Anfang dieses Jahres besetzt Falk Brem diesen Posten. Zur Amtseinführung eingeladen hatte er unter anderem zahlreiche Bürgermeister. Weil es nicht leicht war, für sie einen gemeinsamen Termin zu finden, an dem sie zur offiziellen Amtsübergabe kommen konnten, fand die Feier erst jetzt statt.
Brem wurde 1974 in Tirschenreuth geboren. Trotz vieler ehrenamtlicher Tätigkeiten hat er sein Studium des Vermessungswesens an der TU München in kürzester Zeit und mit Auszeichnung abgeschlossen. Von 2001 bis 2004 war Brem IT-Entwickler und Projektmanager an der damaligen Bezirksfinanzdirektion München. Nach einem kurzen Abstecher an das damalige Bayerische Landesvermessungsamt zur Gründung der Geschäftsstelle Geodateninfrastruktur wechselte er 2004 ins Finanzministerium. 2008 nahm der 45-Jährige am exklusiven Lehrgang für Verwaltungsführung der Bayerischen Staatskanzlei teil, bevor er 2009 am Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung die Referatsleitung für Entwicklung und Betrieb der IT-Infrastruktur der Bayerischen Vermessungsverwaltung übernahm.
Seit November 2003 wohnt Brem im Amtsbezirk Rosenheim, zuerst eineinhalb Jahre in Nußdorf und seit 13 Jahren im Haus der Schwiegereltern in Pfraundorf. „Durch all die Jahre bin ich im Rosenheimer Land heimisch geworden“, sagte der neue Amtsleiter bei seiner Einführung. Als Vater eines siebenjährigen Sohnes freut er sich auch, dass sein Arbeitsweg nun deutlich kürzer ist: „Dadurch habe ich mehr Zeit für meine Familie.“ Mit dem neuen Posten geht für ihn aber auch ein Kindheitswunsch in Erfüllung: „Von Kindesbeinen an wollte ich Leiter eines Vermessungsamtes werden.“ Dieses will er nun in Weindls Sinne „so gut weiterführen wie bisher“. Außerdem hat er sich vorgenommen, den Bereich Digitalisierung weiter auszubauen.
Für die Zukunft sieht sich der neue Amtsleiter vor großen Herausforderungen stehen. „Mit dem Neubau des Nordzulaufs des Brennerbasistunnels, dem sechsspurigen Ausbau der A 8 oder der B15 neu stehen die Großprojekte Schlange, die den Grundstücksmarkt und damit den Bedarf an Vermessungen kräftig ankurbeln werden“, sagte er in seiner Rede. Die Messlatte für ihn als „den Neuen“ hänge also hoch.
Eingeführt in sein neues Amt wurde Brem von Wolfgang Bauer, Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Er übergab Brem die Urkunde zum „Beamten auf Lebenszeit“. In seiner Ansprache ging er vor allem auf die lange Geschichte des Vermessungswesens ein und wie sich dieses seit 1801 immer mehr verändert und entwickelt hat.
Für mehr als zehn Millionen Grundstücke erfasse und sichere die Bayerische Vermessungsverwaltung aktuell die Grenzen. Hauptaufgabe der Ämter vor Ort sei es, rechtliche und tatsächliche Veränderungen an Grundstücken rasch, verlässlich und kundenorientiert zu dokumentieren. „Das Kataster wird flächendeckend auf einem topaktuellen Stand gehalten“, so Bauer. Für das Amt Rosenheim bedeute dies ein jährliches Arbeitspensum von insgesamt rund 2500 Grundstücks- und Gebäudevermessungen. Brem ist nach Auffassung von Wolfgang Bauer der richtige Mann für die Stelle des Amtsleiters: „Deine Fachkompetenz und Dein großes Engagement stellen sicher, dass diese verantwortungsvolle und vielschichtige Aufgabe in den besten Händen ist.“
Grußworte kamen von Josef Huber, stellvertretender Landrat, Anton Heindl, Zweiter Bürgermeister der Stadt Rosenheim, und Otto Zwiefelhofer, Dritter Bürgermeister der Stadt Wasserburg. Wie auch Personalratsvorsitzender Bernhard Eisner wünschten sie Brem alles Gute für die berufliche Zukunft. Die musikalische Umrahmung der Feier übernahm die „Blech-Bagage“.