Rosenheim – Wenn sich die Ermittler der Kriminalpolizei bereits in den verdienten Feierabend verabschiedet haben, halten sie die Stellung: die Beamten des Kriminaldauerdienstes (KDD) Rosenheim. „Das Jubiläum werden wir gebührend feiern“, sagt Bernd Hackl, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass auch die nächsten zehn Jahre des KDD von engagierter und erfolgreicher Arbeit geprägt sein werden.“
Die startete am 1. Juli 2008. Zuvor hatten zwei Jahrzehnte lang jeweils zwei Angehörige der Kripo im wöchentlichen Turnus zusätzlich zum normalen Dienst einen sogenannten Jourdienst verrichtet. Mit der Polizeireform zum 1. Januar 2009, die das Bayerische Innenministerium beschlossen hatte, hatte das ein Ende. Die ehemaligen Polizeidirektionen fielen weg, stattdessen wurden neue Polizeipräsidien errichtet, unter anderem das Präsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Bereits im Vorfeld erfolgte die Installation der Kriminaldauerdienste.
Bereits Anfang 2008 wurde mit der Auswahl des Personals begonnen. Anschließend erhielten die neuen Mitarbeiter Schulungen für ihre Qualifizierung und die geeignete Ausrüstung. Parallel dazu wurden eigens ein Schichtmodell erarbeitet und der Aufgabenbereich festgelegt.
Seitdem rückt der Kriminaldauerdienst unter anderem bei Vorfällen aus, die von der Kripo bearbeitet werden. Darunter fielen im Einsatzbereich des KDD in Rosenheim, Stadt und Landkreis Rosenheim sowie der Landkreis Miesbach, etwa der Brand in einem Mehrfamilienhaus in Rosenheim am 20. Juni 2018 oder schwere Gewaltverbrechen wie ein Doppelmord in Rosenheim im August 2010 oder die brutale Vergewaltigung einer jungen Frau am Inndamm in Rosenheim im November 2015 (wir berichteten). Gerade in solchen Fällen sei laut Kripo ein rasches Eintreffen und professionelles Tätigwerden in Sachen Ermittlungen und Spurensicherung wichtig – und mit dem Kriminaldauerdienst auch zu jeder Zeit möglich. Darüber hinaus fungiert dieser in Belangen der Kriminalpolizei als Ansprechpartner für die Dienststellen der Schutzpolizei und unterstützt sie bei Spurensicherungen.
Laut Polizei hat der Kriminaldauerdienst im vergangenen Jahrzehnt 5941 Einsätze absolviert. 3656 Fälle wurden aufgenommen und an das zuständige Fachkommissariat abgegeben, 1907 Fälle haben die Beamten selbst bis zur Anzeigenabgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeitet.
In 378 Fällen wurden umliegende Dienststellen insbesondere bei der Spurensicherung unterstützt. „Meine persönlichen Erwartungen bei der Vorbereitung und Errichtung dieses neuen Kommissariats wurden nicht nur erreicht, sondern übertroffen“, sagt Hackl. „Diese hervorragende Mannschaft ist seit zehn Jahren gewissermaßen die Feuerwehr der Kriminalpolizei.“ Sie springt ein, wenn‘s brennt.