Rosenheim – Geht es nach der Kreistagsfraktion der Grünen, soll der Landkreis Rosenheim in Zukunft auf das Pflanzenschutzmittel Glyphosat verzichten. Mit diesem Antrag hatte sich jüngst der Ausschuss für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz befasst. Dabei stellte sich heraus, dass der Landkreis in seinem Zuständigkeitsbereich beim Einsatz von Pestiziden ohnehin sehr zurückhaltend agiert.
„Der Verzicht geschieht bereits weitgehend“, erklärte der zuständige Abteilungsleiter Dr. Rasso Ludwig. Tatsächlich verzichteten die Landkreisbauhöfe und die kreiseigenen Schulen seit mehr als zehn Jahren auf Pflanzenvernichtungsmittel oder sonstige Totalherbizide. Einzige Ausnahme sei Duplosan KV Combi. Der Einsatz des Pflanzenschutzmittels auf Schulsportplätzen müsse wegen verschiedener schulseitiger Anforderungen etwa alle zehn Jahre in Auftrag gegeben werden.
Im Naturschutz werde bei steuergeförderten Maßnahmen auf den Verzicht von Glyphosat hingewirkt. Im Vertragsnaturschutz kämen durch vereinbarte Zusatzleistungen Dünger und Pflanzenschutzmittel nicht zum Einsatz. Das betreffe auch Glyphosat. In der Landschaftspflege bestehe für geschützte Flächen oder Flächen mit einem entsprechenden Artenvorkommen ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln. Laut Ludwig bemüht sich die Gartenfachberatung zudem, private Gartenbesitzer von einem Verzicht zu überzeugen.
In den Vereinbarungen zur Betreuung und Pflege landkreiseigener Liegenschaften werde eine Regelung zum vollständigen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel aufgenommen. Bei gegenwärtig laufenden Verträgen werde über einen Nachtrag eine entsprechende Abmachung getroffen. Auch vom Landschaftspflegeverband liege bereits eine verbindliche Zusage vor, in seinem Geschäftsbereich keine Totalherbizide einzusetzen.
Die Mitglieder des Umweltausschusses nahmen von der Sachlage Kenntnis und beschlossen, prüfen zu lassen, ob auf den turnusmäßigen Einsatz von Duplosan KV Combi auf den kreiseigenen Schulsportplätzen verzichtet werden kann. Stattdessen sollen andere, möglicherweise mechanische Bekämpfungsmethoden zum Einsatz kommen. re