Glosse

Gesund einkaufen – so geht’s

von Redaktion

Schockbilder auf Zigaretten, farbige Punkte für fette oder gezuckerte Lebensmittel – gesundes Einkaufen könnte doch viel einfacher sein. Was es braucht, ist lediglich eine gut geschulte Kassiererin, denn für sie reicht ein Blick in den Einkaufswagen und sie sieht die gesundheitlichen Gefahren, die hier drohen.

Folgende Maßnahmen sollten deshalb sofort eingeführt werden: Jeder Raucher muss vor dem Kauf seiner Zigaretten die Aufschrift „Rauchen kann tödlich sein“ laut an der Kasse vorlesen. Wer ein Hühnerei aus einer Legebatterie kauft, harrt künftig fünf Minuten in einem kleinen Käfig gleich neben dem Kühlregal aus, um so das Leid des geschundenen Federviehs nachzuspüren. Schleckermäuler werden auf die Waage geschickt. Bei Übergewicht muss der Kunde die Hälfte seiner Süßigkeiten wieder ins Regal legen. Fette Wurst gibt es nur nach 30 sauber ausgeführten Liegestützen. Bleibt der Puls im Ruhebereich, gibt es dann aber auch eine Leberkassemmel extra. Eine gute Kassiererin wird künftig Ohnmachtsanfälle wirklichkeitsgetreu nachspielen können, um Eltern auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die ihren Kindern droht, wenn sie Geschirrspültabs essen. Mit scharfen Scheren wird das Kassenpersonal gewissenhaft Bilder aus Zeitschriften herausschneiden, die Jugendliche in die Magersucht treiben könnten. Auch der Alkoholkonsum wird neu geregelt: Über das Ladenmikrofon wird jede verkaufte Flasche öffentlich: „Prost, Herr Müller, wieder was zu feiern?“

Lange Warteschlangen vor den Kassen wird es trotz dieser umfangreichen Maßnahmen nicht geben. Künftig wird nämlich auch die Warenabgabe reduziert, um zu verhindern, dass der Großeinkauf nur mit einem umweltschädlichen Diesel-SUV abtransportiert werden kann.

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