Oberleitungsarbeiten der Bahn zwischen München und Rosenheim

Vollsperrung trifft Pendler nicht

von Redaktion

Vollsperrung. Dieses Wort treibt Zug-Fahrgästen auf der Strecke München-Rosenheim den Angstschweiß auf die Stirn. Zumindest die Pendler auf dieser Linie dürfen aber aufatmen: Gearbeitet wird am Wochenende. Nachts.

Rosenheim – Seit Mitte Mai ist die DB Netz AG damit beschäftigt, die Bahnstrecke zwischen Rosenheim und München zu ertüchtigen. Für rund 7,9 Millionen Euro werden neue Masten gesetzt, Ausleger befestigt und neuer Fahrdraht eingespannt (wir berichteten). Nach längerer Abwägung fiel der Entschluss, die Arbeiten so vorzunehmen, dass die Strecke zumindest eingleisig genutzt werden kann. Mit Ausnahme der kommenden drei Wochenenden: Jeweils Freitag-, Samstag- und Sonntagnacht kommt es zwischen 22.50 und 5.10 Uhr zu Vollsperrungen – und damit zu Fahrplanänderungen.

Pendler, so Christopher Raabe, Pressesprecher der Bayerischen Oberlandbahn, seien nicht betroffen. Darauf habe die DB Netz AG geachtet. „Dabei handelt es sich größtenteils nur um mögliche Verspätungen.“ Jeweils Änderungen im Bereich von maximal zehn Minuten. Gravierende Einschnitte in den laufenden Betrieb ergeben sich laut Fahrplan – zu finden im Internet unter www.meridi
an-bob-brb.de/de/meridian/ baustellen – nur in Einzelfällen.

So entfällt etwa auf der Strecke Salzburg-München jeweils am Montag, 23. Juli, sowie am Montag, 30. Juli, die Verbindung um 4.32 Uhr zwischen Rosenheim und Grafing Bahnhof. Der Zug startet stattdessen um 4.50 Uhr am Grafinger Bahnhof. Auf demselben Abschnitt der Linie müssen Fahrgäste an den kommenden beiden Wochenenden zudem in beiden Richtungen vereinzelt mit Schienenersatzverkehr vorlieb nehmen. Auf der Linie München-Kufstein kann es in Einzelfällen zu Verspätungen von sechs bis acht Minuten kommen.

Gegenwärtig sind die Monteure der Bahn auf der Strecke Ostermünchen-Rosenheim im Einsatz. In der Gegenrichtung wird bereits mit neuem Fahrdraht gefahren – die Arbeiten sind abgeschlossen. „Seit dem 25. Juni“, sagt Bernd Honerkamp, Bayern-Sprecher Bahn, auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Da war sozusagen Halbzeit.“ Ab 20. Juli soll dann auch der nördliche Teil des aktuellen Abschnitts ertüchtigt sein. „Dann fehlt nur noch das Teilstück ab Großkarolinenfeld“, sagt Honerkamp.

Genau dort, in Großkarolinenfeld, liegt eine der beiden Ursachen für die nächtlichen Vollsperrungen an besagten Wochenenden: die Überleitstelle, also Weichen, die das eine Gleis mit dem aus der Gegenrichtung verbinden. Auch dort müssen die Oberleitungen erneuert werden. „Dazu müssen wir natürlich beide Gleise sperren“, erklärt Honerkamp. „Schließlich muss der ganze Block stromlos geschalten werden.“

Der zweite Grund liegt in der Beschaffenheit der Ausleger, den Halterungen für den Fahrdraht. Während die Mehrzahl der Ausleger lediglich über ein Gleis reicht – diese lassen sich unter einseitiger Sperrung austauschen –, sind auch einige verbaut, die die Fahrdrähte in beiden Richtungen halten. Hier bedarf es zum Auswechseln einer Vollsperrung.

Bis zum 5. August, so die ursprüngliche Planung, sollen dann die Oberleitungen auf der gesamten Strecke ertüchtigt sein. „Bis jetzt sind wir im Zeitplan“, sagt Honerkamp. „Ich bin zuversichtlich, dass ab 6. August wieder normaler Betrieb herrscht.“

Bis dahin müssen vor allem Kunden des Meridian mit den Einschränkungen durch die Oberleitungsarbeiten leben. Die fallen aus Sicht des Unternehmens aber vergleichsweise gering aus. „Das läuft aber um Welten besser als letztes und vorletztes Jahr“, sagt Raabe. Verspätungen hielten sich in Grenzen, zudem habe es kaum kurzfristige Zugausfälle gegeben. Auch in den kommenden Wochen? „Wir sind guten Mutes, dass der Betrieb bis zum Ende der Baumaßnahmen stabil bleibt.“

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