Wie würden Sie einem Kind Ihren Beruf erklären?
Ich zerschlage eine große alte Vase. Dann setze ich alle Scherben wieder neu zusammen, und eine neue Vase entsteht aus den Bruchstücken der alten. So ist das, wenn ich ein Buch schreibe: Aus den vielen kleinen Einzelheiten meines Lebens setze ich ein neues Leben zusammen.
Welchen Traumberuf hatten Sie als Zehnjähriger?
Silo-Lastwagenfahrer. Damit wollte ich von Hösel bei Düsseldorf, wo ich damals mit meiner Mutter wohnte, zurück zum Zementwerk nach Kiefersfelden fahren. Die Straßenroute hatte ich mir im Schulatlas abgepaust.
Wie sieht Ihr persönlicher Traum vom Glück aus?
Ausschlafen. Mit meiner Frau und meinen Kindern frühstücken, Zeitung lesen, ein paar Seiten schreiben, im See baden und abends draußen essen, mit Blick auf den Kaiser, dazu ein gutes Bier.
Mit wem würden Sie gern ein Wochenende auf einer einsamen Insel verbringen?
Mit meiner Frau, dann hätten wir endlich einmal Zeit.
Über welche Nichtigkeiten können Sie sich ärgern?
Ganz schlimm ist es, wenn kurz vor mir jemand aus einer Seitenstraße einbiegt und mich zum langsamer Fahren zwingt.
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Was fällt Ihnen zu den
folgenden Stichwörtern ein?
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Wasser und Brot
Gefängnis.
Heimat
Ich habe fünf Heimatorte. Düsseldorf, Kiefersfelden, Hösel, Braunlage und Zornheim, wo ich jetzt lebe. Die Orte meines Lebens.
Alt und Jung
Familie.
Eltern
Probleme.
Sieg und Niederlage
WM 74: Schlimmste Niederlage (gegen die DDR) und größter Sieg (gegen Holland).
Erste Liebe
Wird überschätzt.
Gott
Oh Gott.
Grabstein
Die schönsten Grabsteine stehen auf dem schönsten Friedhof, dem Bergfriedhof in Kiefersfelden.
Coca-Cola
Warnung der Mutter: Dann kannst Du nicht mehr schlafen.
Mein Haus, mein Auto, meine Yacht
Mein Hund, ein Berner Sennenhund.
Lebensmotto
„Sagen was man denkt. Und vorher was gedacht haben.“ (Harry Rowohlt)
Interview: Franz Hoffmann
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