Direkter Kontakt zur Politik

von Redaktion

Jugendliche bringen ihre Wünsche und Anregungen vor – 500 Teilnehmer im Landkreis

Rosenheim – An verschiedenen Orten im Landkreis bot die Kommunale Jugendarbeit im Landratsamt auch heuer Jugendlichen die Möglichkeit, Wünsche und Anregungen für ihre Heimatgemeinde im Rahmen des Beteiligungsformats „#myvision“ direkt mit ihren Bürgermeistern oder deren Stellvertretern zu besprechen. Unter der Moderation von Erik Flügge beschäftigten sie sich zunächst mit der Fragestellung, wofür die Kommune zuständig ist. Anschließend wurden in Gruppen Wünsche und Anregungen ausgearbeitet. Dabei formulierten die Teilnehmer ihre Fragen aus und boten Lösungsvorschläge für Probleme an. Gegen Mittag kam der jeweilige Bürgermeister hinzu und trat mit den Jugendlichen in den direkten Dialog.

In der Gemeindehalle Raubling diskutierten rund 200 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren über ihren Blick auf die Zukunft der Kommunen Kiefersfelden, Oberaudorf, Flintsbach, Nußdorf, Brannenburg, Raubling, Samerberg, Rohrdorf, Neubeuern und Bad Feilnbach. Ein großes Anliegen ist ihnen freies WLAN in ihren Gemeinden. Alle vertretenen Politiker versprachen, sich des Themas anzunehmen. Brannenburgs Bürgermeister Matthias Jokisch sagte, es werde bald freies WLAN am Rathaus und der Wendelsteinhalle geben. Aktuell überlege man, es auch auf das Jugendcafé auszuweiten. Auch Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber gab an, dass aktuell geprüft werde, welche Möglichkeiten es gebe, freies WLAN auf den kompletten Ort auszuweiten. Auch dem Wunsch, die Öffnungszeiten für den Jugendtreff auszuweiten, wolle man nachgehen, versprach Wildgruber. Große Freude gab es bei den radsportbegeisterten Jugendlichen aus Au bei Bad Feilnbach. Sie wünschen sich seit Längerem einen „Dirtpark“. Laut Bürgermeister Anton Wallner laufen die Planungen dafür bereits. Wenn alles gut gehe, könnten sie den Platz mit ihren Rädern ab dem kommenden Jahr nutzen, so Wallner.

In Raubling besteht auch der Wunsch nach einem Naturpark-Freizeitgelände. Bürgermeister Olaf Kalsperger versprach, man werde sich hier demnächst zusammensetzen. Beim Thema Jugendtreff sicherte er zu, dass die Gemeinde den Jugendlichen das Material für die Innengestaltung zur Verfügung stellen werde, um diesen wieder attraktiver zu machen.

Auch das Thema Mobilität in ihren Gemeinden war für viele Jugendliche ein Kritikpunkt. Viele wünschen sich gerade am Abend bessere Verbindungen in die Stadt und wieder nach Hause. Die zuständigen Bürgermeister versprachen, die Jugendlichen zu unterstützen, sollten diese mehr Informationen benötigen. Bürgermeister Stefan Lederwascher betonte aber auch: „Nur zu sagen, will ich nicht, reicht nicht. Wir brauchen hier Lösungen.“

Stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier wandte sich zum Abschluss mit Worten des Lobes an die Jugendlichen: „Das, was Ihr heute hier gemacht habt, das ist Politik. Die lebt davon, sich einzubringen und sich für seine Interessen stark zu machen. Das habt Ihr heute vorbildlich getan.“

Genau diese Haltung zu fördern, ist laut dem Leiter des Kreisjugendamtes, Johannes Fischer, auch das Ziel der landkreisweiten Jugendbeteiligung. Sabine Stelzmann vom Kreisjugendamt meint: „Nach fünf Jahren Jugendbeteiligung können wir guten Gewissens sagen: Jugendliche, die die Chance erhalten, sich hier einzubringen, engagieren sich auch anschließend noch weiter. Das wollten wir erreichen. Das haben wir erreicht.“ Organisatorin Karola Kellner von der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Rosenheim freut sich über den großen Erfolg und die hohe Beteiligung von Jugendlichen.

Der Leiter des Landesjugendamtes, Hans Reinfelder, zeigte sich angetan von der großen Anzahl von rund 500 jungen Menschen, die sich in diesem Jahr an dem deutschlandweit einzigartigen Projekt im Landkreis beteiligten. re

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