Lkw-Blockabfertigung

Platter: „2019 mehr Dosiertage“

von Redaktion

Die Lkw-Dosierungsmaßnahmen der Tiroler Behörden stoßen auf bayerischer Seite auf Kritik. Auf österreichischer Seite verspricht man sich Entlastung. 26 Blockabfertigungen sollen es heuer insgesamt werden –2019 wohl noch mehr.

Kiefersfelden – Pfingsten 2017. Zwischen Kufstein und dem Brenner kommt der Verkehr zum Erliegen. Die Autobahn auf österreichischer Seite ist dicht. Tagesausflügler, Urlaubsreisende und allen voran der Schwerlastverkehr sorgen für einen rund 100 Kilometer langen Stau. Zu- und Abfahrten der Autobahn sind verstopft. „Die Sicherheit für die Bevölkerung war infolge des massiven Staus nicht mehr gegeben“, heißt es in einem Schreiben der Tiroler Landesregierung.

Die langfristige Lösung: Schiene statt Straße. Die Kurzfristige: Lkw-Dosierung. 21-mal haben die Tiroler Behörden die Maßnahme heuer bislang durchgeführt. Fünf weitere Termine sind – Stand jetzt – für dieses Jahr festgelegt: 30. Juli, 16. August, 27. Oktober, 2. November und 5. November. Nun stellt sich die Frage, warum genau an diesen fünf Tagen? „Die Blockabfertigung wird an jenen Tagen durchgeführt, die von unseren Experten als besonders risikoreich für einen Verkehrskollaps entlang des Inntals eingestuft wurden“, heißt es in der Stellungnahme der Tiroler Landesregierung.

Die Blockabfertigungen, das steht zumindest für die Tiroler bereits fest, wird es auch im kommenden Jahr geben – nicht umsonst wurde Mitte Juni ein speziell dafür ausgestatteter Container am Checkpoint installiert. Besagte Experten erarbeiten gerade den Dosierkalender für 2019. „Derzeit werden alle durchgeführten Blockabfertigungen genauestens analysiert.“ Anhand dieser Daten werde dann bis Mitte August der neue Kalender erstellt. Eine Tendenz zeichnet sich bereits ab: „Wir gehen davon aus, dass es mehr Dosiertage sein werden als im heurigen Jahr“, sagt der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter. An der Maßnahme selbst soll sich nichts ändern. „Ablauf und Durchführung der Blockabfertigung haben sich bisher bewährt.“

Dazu wird bekanntlich ab 5 Uhr morgens, nach Ende des Nachtfahrverbots, an der Autobahnausfahrt Kufstein Nord ein sogenannter Checkpoint eingerichtet. Diesen dürfen dann in Richtung Süden pro Stunde nur etwa 250 bis 300 Lastwagen passieren. Der übrige Lkw-Verkehr wird verlangsamt und gegebenenfalls angehalten. Die logische Konsequenz: Lkw-Staus auf der rechten Spur der Inntal-Autobahn auf bayerischer Seite, die im Extremfall bis auf die Autobahn München-Salzburg zurückreichen. Ein egoistische Maßnahme auf Kosten der Nachbarn, kritisierte die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig im März dieses Jahres. Das sei „unhaltbar und nicht akzeptabel“. Es entbrannte ein verbaler Schlagabtausch, der seinen Höhepunkt im Boykott des Bozner Verkehrsgipfels seitens des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer fand.

Dennoch hält man an dem Modell fest. Bloße Schikane? Nein, sagen die Tiroler Behörden. „Die Blockabfertigung sorgt dafür, dass der Verkehr im Inntal und entlang des Brennerkorridors entzerrt wird“, teilt die Tiroler Landesregierung auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. Eine solch belastende Situation wie an Pfingsten 2017 habe es seit Einführung der Blockabfertigung nicht mehr gegeben. Zudem sei die Verkehrs- und Versorgungssicherheit entlang des Inntals erhalten, die Zu- und Abfahrten der Autobahn für den Verkehr frei geblieben.

Gerade jetzt, da in Bayern die Sommerferien beginnen und Experten das schlimmste Stauwochenende des Sommers erwarten, sollen Fahrverbote für den Schwerverkehr dafür sorgen, dass Güterschwer- und Reiseverkehr nicht in vollem Maße aufeinandertreffen. Dazu zählen etwa sektorale Fahrverbote, das Wochenend- und Nachtfahrverbot sowie ein zusätzliches Lkw-Fahrverbot an Samstagen im Juli und August. Das zeigt der Tiroler Landesregierung zufolge bereits Nutzen: „Nach den ersten Sommer-Wochenenden ist bereits eine deutliche Entlastung zugunsten des flüssigeren Reiseverkehrs zu beobachten.“

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