Rosenheim/Landkreis – Grenzkontrollen, Mautausweich- und Schwerverkehr – das obere Inntal auf beiden Seiten der Landesgrenze ertrinkt im Verkehr. Allein im vergangenen Jahr wurden 17,7 Millionen Pkw und 3,1 Millionen Lkw gezählt. Die Folge laut Euregio Inntal: gesundheitliche Belastungen durch Schadstoffe und Lärm, massive Probleme betreffend die Aufrechterhaltung der erforderlichen Verkehrs- und Versorgungssicherheit und das Erliegen der Einsatzfähigkeit von Blaulichtorganisationen. Diese Problematik hat die Euregio Inntal zum Anlass genommen, eine Resolution, gespickt mit Forderungen an die politischen Entscheidungsträger in Innsbruck, Wien, München und Berlin, zu verabschieden.
Die Euregio-Mitglieder, darunter unter anderem Bürgermeister aus dem Landkreis Rosenheim und aus Tirol, fordern darin etwa einen sofortigen konkreten und verbindlichen Verlagerungsplan von der Straße auf die Schiene. Zudem müsse die künftige Bahnstrecke zwischen Radfeld-Kundl in Tirol und München so weit wie möglich unterirdisch verlaufen. Die Realisierung des Brenner Basistunnels und der damit zusammenhängenden Zulaufstrecken soll in allen Folgeentscheidungen berücksichtigt werden und ein ausgewogenes Güterbeförderungsverhältnis Bahn:Straße von 50:50 bis im Jahr 2027 und 70:30 im Jahr 2035 zum Ziel haben. Dazu brauche es einen Realisierungsplan und den Ausbau von Verladeterminals.
Um die Verkehrsentwicklung und deren Auswirkung in der Region darzustellen, wird ein einheitliches und länderübergreifendes Überwachungssystem gefordert. Darüber hinaus regen die Euregio-Mitglieder eine Anhebung der Mautgebühren zwischen München und Verona im Verhältnis zu anderen Strecken an. Damit soll der „unnötige Umwegtransit“ vermieden werden. Mittel- und kurzfristige Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Flüssigkeit und Sicherheit des Straßenverkehrs wolle man bis zu einer Verbesserung der aktuellen Situation unterstützen. Gleichzeitig soll dem Lkw-Umgehungsverkehr entgegengewirkt werden.
Auch den Grenzkontrollen und dem Mautausweichverkehr sagt die Euregio den Kampf an: Erste dürften lediglich als Übergangslösung dienen, der Abschnitt zwischen der deutsch-österreichischen Grenze bis zur Autobahnausfahrt Kufstein-Nord müsse aus der Bemautung ausgenommen werden.
„Ich bin froh, dass wir das zustande gebracht haben“, sagt Euregio-Präsident Walter Mayr. „Das ist ein Anfang.“ Wenn man einen Stein ins Meer werfe, schlage er irgendwann Wellen. Entsprechend hoffe er, dass die Resolution etwas bewirkt. Bei der einen werde es aber wohl ohnehin nicht bleiben: „Wir werden nachfassen.“