Die Spinnerei und Kolbermoor

von Redaktion

Auf engste verbunden ist die Geschichte von Kolbermoor und der Spinnerei: Die Lage an der Bahnlinie und an der Mangfall, die per Wasserkraft für die Energieerzeugung zuständig war, waren ausschlaggebend für die Ansiedlung der Spinnerei an diesem Ort. Dazu wurde die Mangfall begradigt; der 2,7 Kilometer lange Mangfallkanal wurde gebaut. Im März 1861 begann der Bau der Fabrik. Die Spinnerei sorgte auch für den Bau von Arbeiter-Wohnungen, von Brücken und Straßen, für den Schul-Unterricht und schließlich (vor 86 Jahren) sogar für ein eigenes Freibad für Kolbermoor. Bei einem Brand im November 1898 wurde die Spinnerei innerhalb weniger Stunden vernichtet. Man entschied sich zum Wiederaufbau – und im August 1900 wurde die Wiederinbetriebnahme gefeiert. Statt des vorherigen sechsstöckigen Gebäudes gab es dann zwei jeweils dreistöckige (unser Bild zeigt den Zustand etwa 1920).

In der Baumwollspinnerei wurde bis 1993 gearbeitet. Dann lag das gesamte Gelände brach. 2006 übernahm ein ortsansässiger Investor das komplette Areal. Zwischen 2008 und 2011 erfolgte die Sanierung des Industriedenkmals. Es entstanden (und entstehen bis heute) an der „Alten Spinnerei“ Wohnungen, Büros und Geschäfte, die den Charakter Kolbermoors veränderten: von der „Arbeiterstadt“ hin zu einer angesagten „Metropole“ – umso mehr, als auch die Stadt Kolbermoor als Eigentümerin der ehemaligen Werkswohnungen, dem Hundert-Meter-Bau und der Werkssiedlung, hier mit großem finanziellen Einsatz für eine gelungene, authentische Sanierung gesorgt hat. Fotos Förderverein Heimatmuseum/Buhleier

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