Aschau – Er hat es geschafft: Der Aschauer Thomas Mayer hat das Ziel des über 4000 Kilometer langen Pacific Crest Trails (PCT) kurz hinter der kanadischen Grenze erreicht. Mitte März war der 27-Jährige an der mexikanische Grenze gestartet (wir berichteten) und hatte sich in den vergangenen Monaten zu Fuß entlang des Pazifiks durch die Wildnis gekämpft.
„Wir sind wahnsinnig stolz, dass er sich diesen Lebenstraum erfüllt hat“, sagte Mama Gaby Mayer (64) gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Ihr Sohn hatte sie am gestrigen Donnerstag um 1.30 Uhr – im kanadischen Bundesstaat British Columbia war es 16.30 Uhr – per Satellitentelefon über den Zieleinlauf informiert. Sie und ihr Mann Günther (76) hatten stundenlang mitgefiebert und den kleinen digitalen Punkt auf einer Landkarte verfolgt, der die Bewegungen von Mayers Satellitentelefon abbildete.
Dabei stand, wie berichtet, die Fortsetzung der Tour Mitte Juli noch auf der Kippe, nachdem Waldbrände die Wanderer ausgebremst hatten. „Aufgrund der vielen Feuer musste Thomas dann eine Alternativroute nehmen“, so Gaby Mayer. „Das Problem war nur, dass keiner genau wusste, wo es wirklich langgeht.“
Letztlich hat der 27-Jährige sein Ziel aber doch noch gefunden. Doch Beine hochlegen ist für Thomas, der von Mitwanderern den Spitznamen „T-Bone“ verliehen bekommen hat, erst einmal nicht drin. Denn die offizielle Einreise nach Kanada ist über den Trail nicht möglich. Was für Mayer bedeutet, dass er nun zwei Tage lang auf der Strecke zurückwandern und über eine befestigte Straße nach Kanada einreisen muss.
Seine Eltern, die ihren Sohn von Beginn an unterstützt haben, sind dann erstmal froh, wenn Thomas wieder von der Wildnis in die „Zivilisation zurückkehrt. „Man sorgt sich natürlich schon, dass etwas passieren könnte“, so Mama Mayer, die erzählt, dass beispielsweise auf den letzten Etappen Berglöwen für Gefahr gesorgt haben. „Da hat Thomas auch wieder im Zelt übernachtet.“
Baldiger Rückflug
oder ab nach Hawaii?
Mayers Rückflugticket ist eigentlich auf Donnerstag, 13. September, ausgestellt. Doch der 27-Jährige könnte vielleicht schon in wenigen Tagen in Aschau eintreffen. „In einer ersten Reaktion hat er gesagt, dass er eigentlich froh ist, wenn er jetzt so schnell wie möglich nach Hause kommt“, erzählt seine Mama. Doch auch ein weiteres Abenteuer ist für den 27-Jährigen denkbar. „Er hat allerdings auch angedeutet, dass er sich vorstellen kann, noch einen Abstecher nach Hawaii zu machen.“ Dort könnte der 27-Jährige wirklich mal die Füße hochlegen. mw